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HSV AG mit Gewinn: «Sind finanziell selbstbestimmt»

Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren steht der Hamburger SV so gut da wie lange nicht mehr - trotz fünf Jahre Zweitklassigkeit. Der HSV macht sich wirtschaftlich unabhängig vom sportlichen Erfolg.
HSV-Finanzvorstand Eric Huwer
Eric Huwer, Finanzvorstand Hamburger SV, spricht auf der Mitgliederversammlung. © Christian Charisius/dpa

Sportlich hat der Hamburger SV sein großes Ziel bislang nicht erreicht, doch wirtschaftlich ist der Traditionsverein auf einem guten Kurs. Trotz des zum fünften Mal verpassten Aufstiegs in der vergangenen Saison hat sich die HSV Fußball AG in den vergangenen Jahren in der 2. Fußball-Bundesliga konsolidiert. Das geht aus den Zahlen für das Geschäftsjahr 2022/23 hervor, die der HSV am Dienstag vorlegte.

Demnach erzielte die AG zum zweiten Mal nacheinander ein Plus. Im Vergleich zum Geschäftsjahr zuvor steigerte der HSV den Gewinn von 1,05 Millionen auf 7,8 Millionen Euro. Das ist das mit Abstand beste Ergebnis der AG seit der Ausgliederung 2014. Im vergangenen Jahr hatte sie erstmals überhaupt einen Gewinn ausweisen können. Ein Grund für den Gewinn ist aber auch, dass sich der Verein die Aufstiegsprämien sparen konnte.

«Ich kann hinsichtlich unserer Entwicklung und Ausrichtung guten Gewissens sagen: Wir haben uns erneut stabilisiert», sagte der seit Beginn des Jahres amtierende Finanzvorstand Eric Huwer. Und er betonte: «Wir sind finanziell selbstbestimmt.» Die Verhandlungsposition habe sich auf allen Ebenen verbessert. «Das schlägt sich unmittelbar in Ergebnissen und einer langfristigen Ausrichtung des Clubs nieder.»

Gesamtumsatz deutlich gestiegen

Das lässt sich auch an zwei anderen wichtigen betriebswirtschaftlichen Kennziffern ablesen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 11,2 Millionen Euro (2021/22: 3,9 Millionen), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 24,4 Millionen Euro (2021/22: 12,4 Millionen).

Der Gesamtumsatz kletterte in dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr von 89 Millionen auf 113,8 Millionen Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich von 35 Millionen auf 42,8 Millionen Euro.

Die Finanzverbindlichkeiten stiegen durch den 20-Millionen-Euro-Kredit für die Stadionsanierung auch mit Blick auf die EM 2024 von 41,2 Millionen auf 52,9 Millionen Euro. Durch das Darlehen verfügt der HSV nun 38,9 Millionen Euro (zuvor 9,8 Millionen) an liquiden Mittel. Somit sanken die Netto-Verbindlichkeiten von 31,4 Millionen auf 14 Millionen Euro. Noch 2016/17 betrug diese Summe 55,3 Millionen Euro.

Zuschauerzuspruch und Merchandising die Treiber

Ein Grund für die guten Zahlen war der enorme Zuschauerzuspruch bei den Heimspielen. Im Schnitt kamen 53 564 Menschen ins Volksparkstadion, elfmal war die Arena in der vergangenen Saison mit 57.000 Fans ausverkauft. Zudem stiegen die Erlöse aus dem Bereich Merchandising und Catering von 10,7 Millionen auf 15,8 Millionen Euro. Dazu gehörten auch die Einnahmen aus Konzerten, für die das Volksparkstadion gebucht wurde.

Durch die verbesserte wirtschaftliche Situation macht sich die AG ein Stück weit unabhängig vom sportlichen Erfolg. Sollte die Mannschaft auch zum sechsten Mal am Ende der Saison die Rückkehr in die Bundesliga verpassen, würde dies die Finanzlage nicht erschüttern - auch wenn Mehreinnahmen aus dem TV-Vertrag fehlten.

Investitionen in die Marke HSV und das Spieltagserlebnis

Eine Gefahr lauert auch für den HSV aus der gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland und weltweit. Die gestiegene Inflation bekommt der Verein zu spüren, auch weil die Lage für viele Sponsoren und Partner schwieriger geworden ist.

Laut Huwer will der Verein weiter in die Marke HSV und in das Spieltagserlebnis investieren. «Wir stehen in der Pflicht, unser wichtigstes Gut - das Spieltagserlebnis - permanent im Blick zu haben und zu versuchen, es für die HSV-Fans zu verbessern», sagte er. Daher seien die infrastrukturellen Baumaßnahmen am Volksparkstadion ein überfälliger Schritt. «Sie betreffen bei weitem nicht nur die Vorgaben zur EURO 2024.»

Zudem sei der HSV weiter maximal gefordert, die bestmöglichen Voraussetzungen für nachhaltigen sportlichen Erfolg zu schaffen, «also Erlöse zu generieren, die in die sportliche und infrastrukturelle Entwicklung investiert werden».

© dpa
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