Hamburg stellt sich auf Hitze ein: Wasser und mehr Einsätze

Summer in the city: In den kommenden Tagen soll es in Hamburg richtig heiß werden. Da heißt es: ab in den Schatten. Dennoch werden die Rettungskräfte wieder alle Hände voll zu tun haben. Auch das Tierheim und der Tierpark haben Strategien für Abkühlung.
Ein Feuerwehrfahrzeug steht auf dem Hof eines Feuerwehrgerätehauses. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Ob Rettungsdienst, Tierpark, Feuerwehr, Kliniken, Bäderland oder Obdachlosenbusse - sie alle schauen gespannt auf die herannahende Hitzewelle in Hamburg. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass ihre jeweilige Kundschaft auch bei Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius im Schatten gut versorgt ist.

Die Hamburger Feuerwehr geht davon aus, dass sie wegen der bis Mittwoch angekündigten Hitze zu mehr Einsätzen als üblich ausrücken wird. «Das kann man ganz klar sagen, dass damit deutlich mehr Rettungsdiensteinsätze einhergehen», sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch gebe es keine expliziten Planungen für mehr Rettungswagen. Sollten mehr Rettungsdiensteinsätze nötig sein, werde stattdessen unkompliziert ein Löschfahrzeug außer Dienst genommen und die Mannschaft für den Rettungsdienst eingesetzt.

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird zunächst kein deutlicher Anstieg des Patientenaufkommens erwartet - auch, weil der Rettungsdienst hier schon viel abfange, hieß es aus der Klinik. Im UKE selbst sind zudem alle relevanten Bereiche wie Operationssäle, Intensivstationen oder Notaufnahme klimatisiert.

Das Bäderland Hamburg reagiert mit der Öffnung zusätzlicher Freibäder auf die erwartete Hitze: Eigentlich sollten die Sommerfreibäder Marienhöhe und Osdorfer Born am Dienstag beziehungsweise Mittwoch geschlossen bleiben - nun kann man auch dort Abkühlung finden. «Wir alle freuen uns auf «Endlich Sommer in Hamburg»», sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel der dpa. Neue Besucherrekorde seien wegen der Sommerferien und vieler Verreister aber nicht zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Hamburg eine Hitzewarnung zunächst für Dienstag herausgegeben - bis zu 34 Grad werden erwartet. Am Mittwoch soll es in der Hansestadt mit 35 Grad sogar noch etwas wärmer werden. Die höchste Temperatur in der Hansestadt am Montag wurde mit 29,4 Grad in Neuwiedental erreicht.

Gesundheitsbehörde und Feuerwehr warnten vor Hitzebelastungen. «Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie direkte Sonne und körperlich anstrengende Aktivitäten, halten Sie ihre Wohnung kühl», empfahl die Gesundheitsbehörde. «Besonders Kinder, ältere Personen und Menschen mit Unterstützungsbedarf können unter zu viel Sonneneinstrahlung und Hitze leiden, da sie das Risiko nicht genau einschätzen können.» Säuglinge sollten direkter Sonne gar nicht ausgesetzt werden.

«Bei ungewöhnlichen Gesundheitsproblemen wie zum Beispiel Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Erbrechen sollte ein Arzt kontaktiert werden», riet die Behörde. Auch wurde appelliert, keinesfalls Kinder, gesundheitlich geschwächte Personen oder Tiere in einem geparkten Fahrzeug zurückzulassen.

Die Feuerwehr rät zudem explizit von offenem Feuer ab. «Wir haben beim Grasland-Feuerindex und Waldbrand-Gefahrenindex gerade eine sehr hohe Stufe. Wir sind auf der Stufe vier von fünf.» Achtlos weggeschnippte Zigaretten oder Grillen im Wald könnten Feuer ausbrechen lassen.

Am Hamburger Flughafen schaut man weitgehend gelassen auf die zwei heißen Tage. Die Start- und Landebahnen würden ohnehin regelmäßig und mehrmals am Tag auf Schäden kontrolliert. «Das passiert ganz unabhängig vom Wetter», sagte eine Flughafensprecherin.

Für den Hamburger Mitternachtsbus der Diakonie ist die Umstellung auf die Hitze ebenfalls nicht so groß. «Wir fahren 365 Tage im Jahr zu den Obdachlosen und haben immer Wasser dabei - im Winter wie im Sommer. In den nächsten Tagen packen wir einfach nur mehr Wasser ein», sagte Projektleiterin Sonja Norgall der dpa. Zudem würden sie die Obdachlosen auf öffentlich zugängliche, kostenlose Wasserspender aufmerksam machen. Norgall sprach dabei von etwa einem halben Dutzend Wasserstationen und kritisierte die geringe Anzahl.

Auch der Kältebus vom «CaFée mit Herz» ist in dieser Woche unterwegs - als Hitzebus. «Anders als im Winter verteilen wir jetzt nicht Schlafsäcke, Isomatten und warme Getränke, sondern sind auf Wasser spezialisiert», so Projektleiterin Christina Pillat-Prieß. Zudem verteilt das Team auf seinen Fahrten durch die Stadt auch Sonnencreme an die Obdachlosen, «weil viele doch Verbrennungen aufweisen».

Im Tierpark Hagenbeck werden die Tiere unter anderem mit Regenduschen, schattigen Plätzchen und Eisbomben gekühlt, wie eine Sprecherin sagte.

Auch im Hamburger Tierheim gebe es Bodenmulden für die Kaninchen, Pflanzen als Schattenplätze für die Landschildkröten und Iso-Hütten in den Hundeausläufen sowie Planschbecken für einige Hunde, sagte eine Sprecherin. «Außerdem haben wir das Glück, einen Hunde-Badeteich mit eingezäuntem Auslauf auf dem Gelände zu haben. Unsere Vögel wie auch Reptilien erfrischen wir, indem unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger sie vorsichtig mit Wassernebel besprühen.»

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Video und Nerverei: Die Geheimnisse von Zauberfuß Szoboszlai
People news
Moderator: Jay Leno mit Knochenbrüchen nach Unfall
People news
Leute: Prinzen-Frontmann ruft zum Engagement auf
People news
Schauspielerin: Wolke Hegenbarth puzzelt gern mit Sohn Avi
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Regional hamburg & schleswig holstein
Sommerwetter: Trotz Hitzewelle erwartet Hamburger Bäderland keinen Ansturm
Regional hamburg & schleswig holstein
Freizeit: Bäderland zieht Freibad-Bilanz: «Kuriose Saison»
Regional sachsen
Tiere: Eisbomben für die Zootiere: Elefanten und Co kühlen sich ab
Regional hamburg & schleswig holstein
Wetter: Neuer Hitzerekord in Schleswig-Holstein
Regional hamburg & schleswig holstein
Hitzewelle: Schleswig-Holstein vor Hitzerekord? Krankenhäuser gerüstet
Regional berlin & brandenburg
Wetter: Wenn Elefanten abtauchen: Es wird heiß in Berlin
Wetter
Klima: Igel mit Hungerfalten - Wie Tiere unter Trockenheit leiden
Regional bayern
Deutscher Wetterdienst: Meteorologen sagen «kurze, aber knackige Hitzewelle» voraus