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Wilder Derby-Tanz: Das denkwürdige 110. Hamburger Stadtduell

Das kuriose Derby zwischen St. Pauli und dem HSV bietet auch danach noch viel Gesprächsstoff. Der Kiezclub hadert mit der Ausbeute, der Volkspark-Verein muss eine schwache erste Halbzeit aufarbeiten.
FC St. Pauli - Hamburger SV
Immanuel Pherai vom HSV jubelt nach seinem Tor zum 2:2-Ausgleich mit Jonas Meffert (M). © Marcus Brandt/dpa

Slapstick-Eigentor, Treffer-Diskussionen und Tor-Party: Das 110. Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV geht wohl als eines der außergewöhnlichsten in die hanseatische Fußball-Geschichte ein. Das 2:2 der beiden Spitzenclubs der 2. Bundesliga am Freitagabend im Millerntor-Stadion sorgte auch noch Tage danach für ordentlich Gesprächsstoff.

Der kuriose Treffer ins eigene Tor durch HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes wird wohl noch in einigen Jahresrückblicken zu sehen sein. Aber auch die Moral der Gäste bleibt in Erinnerung. Trotz des stark auftretenden Tabellenführers FC St. Pauli drehte das Team von Trainer Tim Walter das 0:2 zur Halbzeit in das 2:2 nach Schlusspfiff. Dennoch rutschte der Club durch das 3:2 der Kieler gegen Wiesbaden von Rang zwei auf Rang drei ab.

Allerdings muss die wackelige, mutlose und schwache erste Halbzeit des HSV im ausverkauften Millerntor-Stadion den Verantwortlichen Sorgen bereiten. Man könne «froh sein», dass er nur bei einem 0:2 nach 45 Minuten geblieben sei, meinte HSV-Präsident Marcell Jansen einen Tag später bei der EM-Auslosung in der Elbphilharmonie. HSV-Coach Walter zeigte sich «sehr, sehr glücklich» über den Punkt und lobte das erkämpfte Comeback in die Partie.

Bereits beim 2:4 in Kiel und dem knappen 2:1 gegen den Abstiegskandidaten Braunschweig in der Vorwoche trat der HSV nicht wie eine ernst zu nehmende Aufstiegsmannschaft auf. Der taktische Plan von Walter, im Derby mit den zwei weit aufgerückten Mittelfeldspielern Jonas Meffert und Lukasz Poreba gegen den Ball zu agieren, scheiterte in Hälfte eins krachend. Nach der Korrektur von Walter wirkte seine Mannschaft immerhin stabiler.

Ex-HSV-Spieler Dennis Aogo bescheinigte dem Verein einen Tag später dennoch: «Ich glaube, dass der HSV besser spielt, als die Stimmung rund um den Verein ist.» Der Club sei weiter in Schlagdistanz. «Und deshalb traue ich dem HSV dieses Jahr trotzdem zu, dass sie den Sprung schaffen», meinte Aogo.

Der in dieser Saison noch ungeschlagene Konkurrent vom Millerntor wirkt aktuell allerdings reifer für den Aufstieg. Der Tabellenführer spielte seriöser als der HSV und verdeutlichte, warum viele Experten den Club als aktuell spielstärkste Mannschaft der Liga einschätzen.

Daher verwunderte es auch nicht, dass der Kiez-Club schlechter mit dem Remis leben konnte als der HSV. «Wir sind sehr frustriert», sagte Kapitän Jackson Irvine, der sein Team in Führung gebracht hatte. «Dass wir uns über ein Unentschieden gegen den HSV ärgern, ist eine große Sache für den FC St. Pauli», meinte Präsident Oke Göttlich am Samstag bei einer DFB-Veranstaltung vor der EM-Auslosung.

Auch Trainer Fabian Hürzeler war sichtlich genervt über den verpassten Sieg. «Es ist enttäuschend, nach 90 dominanten Minuten nur mit einem Punkt dazustehen», lautete sein Fazit. Man könne nach dem Remis enttäuscht sein über das Ergebnis, aber nicht über die Leistung. Er sprach dennoch von einem «Schritt in die richtige Richtung».

Einen Schritt in die falsche Richtung sahen einige Beobachter beim kuriosen Eigentor zum 2:0 aus Sicht der Gastgeber, als Torwart Heuer Fernandes den Ball nach einem Zuspiel aus dem Strafraum wegschießen wollte, doch die Kugel aus Sicht des Torhüters «maximal unglücklich» ins eigene Netz flog.

Auf der Pressekonferenz war die Rechtmäßigkeit beider Treffer thematisiert worden. Beim kuriosen Eigentor wurde hinterfragt, dass beim Abstoß zwei Spieler von St. Pauli irregulär auf der Strafraumlinie gestanden und weder Schiedsrichter Felix Zwayer noch der Videoassistent eingegriffen hätten.

Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe bezeichnete den Treffer bei X, ehemals Twitter, als «nicht korrekt». Auch der erste Treffer von Irvine sei wegen eines vorher abgelaufenen zu harten Einsteigens von Innenverteidiger Karol Mets an Jonas Meffert laut Gräfe «nicht korrekt» gewesen, wie der Ex-Schiedsrichter mitteilte.

«Das ist ein normaler Zweikampf, der gefühlt 80 Mal im Mittelfeld vorkommt und nicht geahndet wird und dementsprechend für mich keine klare Fehlentscheidung», meinte Hürzeler. Der Coach reagierte mit Unverständnis auf die Debatte - vor allem auf jene um das 2:0: «Man kann sich alles so hin deichseln, wie man will», sagte er.

© dpa ⁄ Felix Schröder und Claas Hennig, dpa
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