Piloten legen Lufthansa lahm: 22 Flüge ab Hamburg fallen aus

Bei der Lufthansa steht der nächste Streik an: Nach dem Bodenpersonal sind nun an diesem Freitag die Piloten an der Reihe, den größten Teil des Flugverkehrs lahmzulegen. Die Folgen am Helmut-Schmidt-Airport in Hamburg bleiben überschaubar.
Anzeigentafeln zeigen «cancelled» und «Lufthansa» am Flughafen München an. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Schon wieder legt ein Streik den Flugbetrieb der Lufthansa lahm - mit Folgen auch für Passagiere, die am Freitag vom oder zum Hamburger Flughafen fliegen wollten. Weil die Piloten der Airline für einen Tag ihre Arbeit niederlegen, hat die Fluggesellschaft in Frankfurt und München rund 800 Flüge mit voraussichtlich 130.000 betroffenen Passagieren gestrichen. Für Deutschlands fünftgrößten Airport bedeutet das: 22 Abflüge zu den beiden Drehkreuzen fallen aus, rund jeder siebte der für Freitag ursprünglich geplanten Flüge. Etwa ebensoviele Flüge von Frankfurt und München zum Helmut-Schmidt-Flughafen wurden ebenfalls gestrichen.

Nicht betroffen von dem Streikaufruf der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sind Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings, die in der Lufthansa-Gruppe das Gros der Flüge von Hamburg zu anderen innerdeutschen und europäischen Zielen bedient. Zum Streik aufgerufen sind nur die Piloten der Kerngesellschaft wie auch der Frachttochter Lufthansa Cargo, die am Hamburger Flughafen keine Rolle spielt.

Auf der Online-Flugtafel des Hamburger Flughafens wurden alle betroffenen Flüge bereits am Donnerstag als «gestrichen» markiert. «Alle Gäste mit Kontaktdaten in der Buchung werden von Lufthansa über SMS oder Mail informiert», hieß es bei der Flughafengesellschaft. Fluggäste sind zudem gebeten, sich über www.lufthansa.com fortlaufend zu informieren. Bis auf einen gestrichenen Flug aus Frankfurt verzeichnet die Tafel für Samstag bislang keine Ausfälle in Hamburg.

Erst Ende Juli hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Lufthansa-Flugbetrieb weitgehend lahmgelegt. Deswegen fielen mitten in den inzwischen beendeten Sommerferien in Hamburg auch alle Flüge der Airline von und nach Frankfurt und München aus. Zu Chaos am Airport hatte dies nicht geführt, weil gut informierte Passagiere laut Flughafengesellschaft gar nicht erst gekommen waren.

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann forderte die VC zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf und kritisierte, die Eskalation des Tarifkonflikts gehe zulasten Tausender Kunden und Kundinnen. Laut Lufthansa würden die Forderungen der VC die Personalkosten im Cockpit um 40 Prozent erhöhen. Zuletzt habe das Unternehmen eine Erhöhung der monatlichen Grundvergütung um pauschal 900 Euro angeboten. Bezogen auf die Laufzeit von 18 Monaten würde das Zuwächse von 18 Prozent für Berufsanfänger und 5 Prozent für Kapitäne in der Endstufe ergeben, teilte die Lufthansa mit. Ein Berufsanfänger käme dann unabhängig vom Flugzeugtyp auf ein Jahresbruttogehalt von rund 81.000 Euro und ein Kapitän in der Endstufe auf knapp 289.000 Euro Grundgehalt.

Die VC hatte neben 5,5 Prozent mehr Geld in diesem Jahr einen automatisierten Ausgleich oberhalb der Inflation ab 2023 verlangt. Dazu kämen eine neue Gehaltstabelle sowie mehr Geld für Krankheitstage, Urlaub und Training. Auf eine Laufzeit von zwei Jahren würde das laut Lufthansa eine Mehrbelastung von 900 Millionen Euro bedeuten. Die VC wollte sich zu diesen Zahlen nicht äußern.

«Um Arbeitskämpfe abzuwenden, muss Lufthansa ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen», erklärte VC-Tarifchef Marcel Gröls. Offizieller Anlass des Arbeitskampfes sind die aus Sicht der Gewerkschaft gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Im Hintergrund schwelt zudem ein Konflikt über die Konzernstrategie.

© dpa
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