Wacken-Festival zu Ende: Mehr als 80.000 Besucher

Die Metalheads verlassen den Norden. In der Nacht zum Sonntag endete das Wacken Open Air (W:O:A). Für das Heavy-Metal-Festival wurden in diesem Jahr 83 400 Karten verkauft - und auch 2023 werden Superstars der Szene erwartet.
Festivalbesucher werden beim Wacken Open Air Festival beim Crowdsurfen über die Menge getragen. © Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Die 31. Auflage des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken ist in der Nacht zum Sonntag zu Ende gegangen. Beim Wacken Open Air (W:O:A) hätten 83.400 Fans gefeiert, teilten die Veranstalter mit - zuvor hatten sie für das seit langem ausverkaufte Festival stets von 75.000 Besuchern gesprochen. Am Sonntag lief der Rückreiseverkehr auf Hochtouren.

In Wacken spielten diesmal Metal-Größen wie Judas Priest, Slipknot oder Powerwolf. Auf neun Bühnen traten mehr als 200 Bands auf. Die schwedischen Amon Amarth gaben am Donnerstag ein bejubeltes Überraschungskonzert direkt unter dem riesigen Wacken-Schädel aus Metall zwischen den Hauptbühnen.

Begeistert hatten Metalheads am Donnerstag das sogenannte Infield erstürmt. «Das Wacken Open Air ist zurück - endlich! Wir haben das Festival genauso vermisst wie die Fans», erklärten die Veranstalter Holger Hübner und Thomas Jensen.

Am Samstag trat die Kölner Mundart-Band Höhner auf. «Es ist absolut der Wahnsinn, was hier heute passiert ist», sagte Sänger Patrick Lück der Deutschen Presse-Agentur nach einem von viel Applaus begleiteten Auftritt. Teilweise sei es für die Band wie ein Heimspiel gewesen.

Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf des Festivals. Es habe Straftaten im unteren zweistelligen Bereich gegeben, sagte eine Sprecherin der dpa. «Das ist für 80.000 Menschen sehr ruhig.» Laut Mitteilung der Veranstalter verzeichnete die Feuerwehr nur Einsätze im niedrigen zweistelligen Bereich. Die Anzahl der polizeilich behandelten Delikte sei sogar um 60 Prozent zurückgegangen.

Gefragt waren laut Nordkirche die 19 Festivalseelsorger. «Wir werden deutlich mehr aufgesucht als 2019», sagte Landesjugendpastorin Annika Woydack. «Obwohl die meisten Leute sehr froh sind, feiern zu können, ist für manche die riesige Menschenmenge doch ungewohnt und sorgt zum Beispiel für Orientierungslosigkeit, Ängste oder sogar Panik.» Die vergangenen Jahre hätten Spuren hinterlassen.

Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie hatte es in Wacken ein paar Anlaufprobleme gegeben. Am Mittwoch, dem traditionell starken Anreisetag, gab es neben Staus lange Schlangen vor und auf dem Gelände. Dafür entschuldigten sich die Veranstalter später. Die Besucher zahlten ihre Speisen und Getränke dort bargeldlos.

Rekordverdächtiges ereignete sich am Samstagmorgen in der Luft. Der Hamburger Musiker Johannes «Johnny» Ritter spielte 327 Meter über dem Gelände im Korb eines Heißluftballons ein Luftgitarren-Solo - das laut Organisatoren bisher höchste der Welt. Ein Rekordrichter des Rekord-Instituts für Deutschland (RID) habe dies offiziell bestätigt. Das RID vermarktet sich als das deutschsprachige Pendant zum Guinnessbuch der Rekorde.

Für das Festival im kommenden Jahr (2. bis 5. August 2023) sind bereits Iron Maiden angekündigt. Die Fans quittierten dies am Samstagabend mit großem Beifall. Die britische Band will dann schon zum vierten Mal in Wacken auf der Bühne stehen.

Mit dabei sind unter anderem auch die Trash-Metal-Band Megadeth aus den USA, die irisch-amerikanische Folk-Punk-Gruppe Dropkick Murphys und Jinjer aus der Ukraine. Angekündigt wurden außerdem Two Steps From Hell, Pentagram, Deicide, Wardruna, Beartooth, Ensiferum, Nervosa und Burning Witches. Der Vorverkauf sollte am Sonntagabend (20.00 Uhr) starten.

© dpa
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