Rekordmeister Kiel zeigt Hamburgs Handballern Grenzen auf

Die «Zebras» setzen sich im «kleinen Nordderby» souverän mit 40:28 durch. HSVH-Kapitän Weller lobt die «brutale Qualität» der Gastgeber. Ein Notarzteinsatz im Publikum schockt die beiden Mannschaften.
Kiels Domagoj Duvnjak jubelt nach einem Treffer. © Gregor Fischer/dpa

Die Analyse von Niklas Weller war einfach. «Ihre Qualität ist dann einfach brutal», sagte der Kapitän der Bundesliga-Handballer des HSV Hamburg nach der 28:40-Niederlage am Sonntag beim THW Kiel. Der Rekordmeister und Tabellenführer hatte den Hanseaten ganz deutlich deren Grenzen aufgezeigt. THW-Coach Filip Jicha sah die Dinge nach dem «kleinen Nordderby» in der mit 10 285 Zuschauern wieder einmal ausverkauften Kieler Arena dagegen deutlich nüchterner: «Ich bin sehr zufrieden, mit welcher Energie meine Mannschaft an diese Aufgabe rangegangen ist.»

«Mit der ersten Halbzeit können wir noch zufrieden sein», sagte Weller nach dem Abpfiff. Tatsächlich waren die Hamburger gut in die Partie gestartet. HSVH-Trainer Torsten Jansen: «Wir haben den THW gezwungen, sein Abwehrsystem zu wechseln, das können wir uns auf die Fahnen schreiben.» Dann aber machte der THW das, was ein Rekordmeister tut: Er zog das Tempo an und überrollte den Gegner.

Grundlage dafür war die einmal mehr herausragende Leistung des Kieler Schlussmanns Niklas Landin. Der Däne kam auf 17 Paraden, wohingegen die Hamburger Keeper Johannes Bitter und Ivan Budalic gemeinsam nur sechs Bälle abwehrten. Bei den «Zebras» fiel auch der coronabedingte Ausfall von Steffen Weinhold nicht ins Gewicht. «Zwei Punkte, viele Tore und ein gutes Gefühl. So macht Handball Spaß», fasste der siebenfache THW-Torschütze Harald Reinkind das Geschehen zusammen.

Einen Schockmoment hatte es gegeben, als es in der Pause einen Notarzteinsatz im Publikum gab. Die Partie war für mehr als 30 Minuten unterbrochen und wurde erst fortgesetzt, nachdem die Person stabilisiert und in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Coach Jicha richtete den Blick gleich auf die nächsten Aufgaben: «Morgen starten wir in eine Woche, in der es um vier Big Points in der Königsklasse und in der Bundesliga geht. Dafür müssen wir bereit sein», sagte der Tscheche. Am Donnerstag (20.45 Uhr/DAZN) geht es zum polnischen Meister KS Kielce, der zuletzt im Endspiel der Champions League gestanden hatte. Am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) wartet dann das Bundesliga-Spitzenspiel gegen die ebenfalls noch ungeschlagenen Füchse Berlin.

Die neuntplatzierten Hamburger müssen am Donnerstag (19.05 Uhr/Sky) beim Tabellenachten TSV Hannover-Burgdorf antreten. Schon am Dienstag (18.45 Uhr) steht die SG Flensburg-Handewitt vor ihrer nächsten internationalen Aufgabe. Gegen den polnischen Vertreter MMTS Kwidzyn geht es im Qualifikationsrückspiel um den Einzug in die Gruppenphase der European League. Die Ausgangsposition ist nach dem 39:25 aus dem Hinspiel ausgezeichnet. In der Liga geht es für die SG am Sonntag (16.05 Uhr/Sky) beim TBV Lemgo Lippe weiter.

© dpa
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