«Ein Pflock» des TVB: Heinevetter trifft auf Bitter

Als namhaftester Neuzugang der Saison kam Heinevetter zum TVB Stuttgart. Am Donnerstag steht das aus seiner Sicht richtungsweisende Spiel gegen Hamburg an. Ein Rückkehrer will den TVB-Sieg verhindern.
Silvio Heinevetter und Johannes Bitter kennen sich seit Jahren auch von der Nationalmannschaft. © Jens Wolf/dpa

In Schlappen sitzt Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter auf der Holzbank der Gemeindehalle von Bittenfeld. Seine Teamkollegen des TVB Stuttgart trainieren für das wichtige Bundesligaspiel am Donnerstag (19.05 Uhr) gegen den HSV Hamburg. Der Nationaltorhüter hat den Blick von der kleinen Tribüne. Vor dem Wiedersehen mit Johannes Bitter ist Heinevetter angeschlagen. Zu «95 Prozent» könne der 38-Jährige aber spielen, sagt Trainer Michael Schweikardt. Auch Heinevetter beschwichtigt. Würde er ausfallen, würde ein interessantes Torhüter-Duell wegfallen.

Heinevetter und Bitter kennen sich seit Jahren, aus Magdeburger Zeiten und von der Nationalmannschaft. «Jogi ist ein Top-Torhüter, der viele Gegner dominieren kann», sagt Heinevetter der Deutschen Presse-Agentur. Als einen Rivalen will er ihn nicht sehen. «Eine besondere Motivation ist das für mich gegen ihn nicht, ich bin ja nicht im Eins-gegen-eins gegen ihn», sagt der WM-Kandidat.

Bitter war in seiner Stuttgarter Zeit von 2016 bis 2021 das prägende Torhüter-Gesicht der Schwaben, Neuzugang Heinevetter ist es seit dieser Saison. Man habe in dem Jahr dazwischen, als Ivan Pesic und Tobias Thulin die beiden Keeper waren, gesehen, dass den Stuttgartern «von der Leistung her jemand gefehlt» habe, meint Bitter. «Silvio macht das überragend. Man sieht, wie wichtig er ist. Er ist ein Pflock in der Mannschaft», schwärmt der 40-Jährige vom «Weltklasse-Torhüter». Für die vergangene Europameisterschaft 2022 war Heinevetter nicht nominiert. Nun zählt der Olympia-Dritte von 2016 zum vorläufigen, noch zu umfangreichen Nationalkader für die WM in Schweden und Polen im Januar.

Als Heinevetter im vergangenen Januar seinen neuen Verein bekannt gab, war noch gar nicht klar, ob er mit den Stuttgartern in der zweiten Liga antreten muss. Dennoch nahm er im reiferen Profisportler-Alter den nächsten Neuanfang an. Vom Bundesliga-Rivalen MT Melsungen hatte sich der frühere langjährige Berliner nicht ganz im Frieden verabschiedet, sondern deutliche Kritik geübt.

Im Ländle fühlt er sich wohl. «Mit den Jungs, mit der Stadt, mit den Leuten - das ist was Neues, wenn man nicht von hier kommt, aber alles gut», sagt Heinevetter. Auf die Mannschaft versuche er, Einfluss zu nehmen: «Ich bin keiner, der groß erzählt, ich will das bewegen oder das. Aus jedem einzelnen Spieler versuche ich mehr rauszukitzeln.»

Die Saison mit dem TVB verläuft wechselhaft. Heinevetter fällt es schwer zu prognostizieren, was möglich ist. Momentan ist der TVB Tabellen-14, das Minimalziel lautet Platz zwölf. Den Jahresendspurt mit dem Spiel gegen den HSVH und dem Auftritt beim HC Erlangen am 27. Dezember findet Heinevetter besonders wichtig. Die Partien seien «sehr richtungsweisend», sagt der WM-Kandidat. Am Donnerstag wird Rückkehrer Bitter den Stuttgarter Sieg verhindern wollen.

© dpa ⁄ Kristina Puck und Stefan Flomm, dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
People news
Notfälle: Helfer retten Santiano-Geiger aus Kieler Bucht
Reise
Warnstreik in Deutschland: Zug- und Flugtickets nicht genutzt? Das können Sie jetzt tun
Fußball news
Nationalmannschaft: Härtetest im Schnapszahl-Spiel: Flick warnt vor Belgien
Internet news & surftipps
Software: Microsoft greift Slack mit neuer Teams-Version an
Internet news & surftipps
Leak: Wichtiger Software-Code von Twitter war im Netz verfügbar
People news
Royals: Prinz Harry gegen «Mail»-Verlag vor Gericht
Musik news
Featured: Hier gibt’s KI für die Ohren: KI-DJs, RadioGPT und virtuelle Bands
Auto news
Achtung, Betrüger: Beim Oldie-Kauf nicht drängen lassen oder vorab überweisen