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Hamburg: Kein Regelungsbedarf für Handys an Grundschulen

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien will die Nutzung von Handys in den Grundschulen des Landes reglementieren. Hamburg sieht dagegen keinen zentralen Handlungsbedarf. Um das Thema kümmerten sich die Schulen selbst, sagt ein Behördensprecher.
Grundschule
Sporttaschen und Schulranzen hängen an der Garderobe vor einem Klassenzimmer. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Anders als Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sieht Hamburgs Schulbehörde keinen Bedarf für schärfere Handyregeln an Grundschulen. «Wir sehen aktuell keinen Anlass die seit vielen Jahren etablierten und gut funktionierenden Regelungen zu ändern», sagte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Wenn Eltern oder Lehrkräfte Änderungsbedarf sähen, könnten sie das bei ihrer Schulkonferenz beantragen und dann werde demokratisch darüber entschieden. «Es sind uns allerdings aktuell und in den letzten Jahren diesbezüglich auch keine Beschwerden bekannt.»

Wie viele Grundschülerinnen und -schüler in Hamburg bereits über ein Handy verfügen, sei nicht bekannt. Erfahrungswerte zeigten, dass ab Klasse 3 viele Kinder Handys oder sogar Smartphones haben, insbesondere dann, wenn sie selbstständig den Schulweg gehen, weitere Wege zurücklegen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Grundsätzlich entscheiden nach Angaben des Sprechers die Schulen in Hamburg selbst, wie sie mit dem Thema umgehen. Geregelt werde dies über die Hausordnung, die die Schulkonferenz bestimme. Sie wiederum ist besetzt mit der Schulleitung sowie Vertretern der Lehrerschaft, der Elternschaft und bei weiterführenden Schulen auch der Schülerschaft sowie mit Vertretern der Verwaltung und der Hausmeister.

«Unserer Erfahrung nach treffen die Schulkonferenzen vernünftige Entscheidungen, die dann auch von der Schulgemeinschaft mitgetragen werden», sagte der Sprecher. Auch könne eine Schulkonferenz die Hausordnung unbürokratisch anpassen, etwa wenn sich das Nutzungsverhalten ändert.

Der Sprecher wies auch darauf hin, dass mobile Endgeräte auch an Grundschulen im Unterricht zum Einsatz kommen, wenn sich dies als pädagogisch zweckmäßig erweist. «Ein generelles Verbot wäre da sicher hinderlich.» An den meisten Schulen ist nach Kenntnis der Behörde eine Handy- oder Smartphone-Nutzung aber sowieso nur in den großen Pausen sowie vor und nach dem Unterricht gestattet.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien will die Nutzung von Handys in den Grundschulen des Landes reglementieren. Es gehe darum, die private Nutzung während der Unterrichtszeiten zu unterbinden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Das Ministerium prüfe jetzt, in welchem rechtlichen Rahmen ein Handyverbot während der Unterrichtszeit umgesetzt werden könne.

© dpa
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