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Hagenbeck reagiert entspannt auf Streikbeginn im Tierpark

Die Gewerkschaft IG BAU will bei Hagenbeck Verhandlungen über einen Haustarifvertrag erzwingen. Mit ihrem Streik hat sie es bisher aber nicht geschafft, den Tierpark-Chef umzustimmen.
Hagenbecks Tierpark
Besucher gehen durch den Haupteingang in Hagenbecks Tierpark. © Markus Scholz/dpa

Die Geschäftsführung des Hamburger Tierparks Hagenbeck hat entspannt auf den bisherigen Verlauf des Streiks der Gewerkschaft IG BAU reagiert. Am Montag hätten sich rund 20 Personen an einer Auftaktveranstaltung beteiligt, darunter auch Gewerkschafter. Am Dienstag «haben sich nach unserer Kenntnis 12 Mitarbeiter ganztägig am Streik beteiligt», teilte der Tierpark auf eine schriftliche Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich circa 90 Prozent der Mitarbeiter nicht am Streik beteiligen wollen.» Die IG BAU hatte von rund 30 Teilnehmenden gesprochen.

Im kritischen Bereich Tierpflege hätten sich nur zwei Tierpfleger, beide Mitglieder des Betriebsrates, am Streik beteiligt, so Hagenbeck. «Da in der Tierpflege täglich etwa 20 Mitarbeiter tätig sind, war daher auch zu keiner Zeit das Tierwohl gefährdet, da eben nur die beiden Betriebsräte gestreikt haben und alle anderen Tierpfleger sich um die ihnen anvertrauten Tiere sorgfältig und liebevoll gekümmert haben», hieß es. «Daher war es auch nicht notwendig, eine einstweilige Verfügung gegen die IG BAU zu beantragen mit der Botschaft «bitte lassen Sie unsere Tiere in Ruhe, es gibt genug andere Bereiche im Tierpark, die Sie bestreiken können».»

Der Tierpark Hagenbeck ist der einzige private Großzoo Deutschlands und unterliegt deswegen anders als die sonst in öffentlicher Hand befindlichen großen Zoos keinem Flächentarifvertrag. Die IG BAU versucht seit Jahren, die Geschäftsleitung zu einem Haustarifvertrag zu bewegen, in dem beispielsweise Arbeitszeiten und Zuschläge sowie Urlaub, Jahressonderzahlungen und Kündigungsfristen tariflich geregelt werden.

Tierpark-Chef Albrecht lehnt Verhandlungen mit der Gewerkschaft allerdings weiter ab. Die Gewerkschaft könne nur für ihre Mitglieder «Betriebsvereinbarungen abschließen, die heißen dann Tarif-Verträge (nur die Benennung «Tarif» - ist gesetzlich geschützt) sind aber normale Verträge», hieß es auf dpa-Anfrage. Bei einem Tarifvertrag blieben somit mindestens 80 Mitarbeiter, «die aus vielerlei Gründen nicht in die Gewerkschaft wollten und auch bis heute nicht wollen, außen vor». Laut Betriebsverfassungsgesetz sei der «richtige Ansprechpartner für den Arbeitgeber für eine Betriebsvereinbarung, die auch einfach nur ein Vertrag ist, nur nicht den Zusatz in der Überschrift «Tarif» tragen darf, ausschließlich der Betriebsrat, der alle Mitarbeiter vertritt und ein solcher Vertrag gilt dann auch für alle Mitarbeiter - nicht nur für die Mitglieder der Gewerkschaft.»

Unterdessen hat die IG BAU in dem Tarifkonflikt am Mittwoch einen streikfreien Tag eingelegt. «Wir wollen nicht komplett durchstreiken», sagte Gewerkschaftssekretär Pascal Lechner der dpa. «Zum einen wollen wir nicht berechenbar sein», fügte er hinzu. «Zum anderen wollen wir den Druck aus der Tierpflege nehmen.» Tierparkchef Dirk Albrecht hatte vor Streikbeginn die Sorge geäußert, dass Tiere infolge eines Streiks Schaden nehmen könnten. «Da aber bisher kaum ein Tierpfleger am Streik teilnimmt und unseren Mitarbeitern in der Tierpflege das Wohl der Tiere wichtiger ist, bin ich in der Tat erleichtert», ließ Albrecht mitteilen. «Denn wenn der Streik so weitergeht und der Tierbereich geschützt bleibt, ist kein Gang zum Arbeitsgericht zum Schutz unserer Tiere notwendig.»

© dpa
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