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Günther: Windhorst hat Versprechen nicht gehalten

Seit Monaten machen die beiden Werften von Investor Lars Windhorst vor allem Negativschlagzeilen. Aufträge und Geschäftsführung fehlen. Nun kritisiert der Ministerpräsident den Investor.
Daniel Günther
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, spricht beim CDU-Bundesparteitag. © dpa/Archivbild

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat beim Besuch der angeschlagenen Nobiskrug-Werft die Geschäftspolitik des Eigentümers Lars Windhorst kritisiert. Von den Versprechen, die Windhorst im März dieses Jahres gegeben habe, sei bis heute keins eingehalten worden, sagte der CDU-Politiker am Montag in Rendsburg. «In Schleswig-Holstein interessiert die Leute, dass man, wenn man etwas zusagt, es dann auch macht.»

So hätte der Eigentümer etwa sicherstellen sollen, dass die Gehälter der Beschäftigten der Werft für zwölf Monate im Unternehmen bereitstünden. Dies ist nach Günthers Angabe jedoch nicht geschehen. Ebenfalls habe Windhorst bis zum Mai 2024 an den Werftstandorten in Rendsburg wie in Flensburg einen neuen Geschäftsführer benennen wollen - dort gebe es aber bisher noch keine Geschäftsführung. «Es ist die Zeit, in der Herr Windhorst handeln muss», betonte der Ministerpräsident.

Günther hatte zuvor Gespräche mit dem Betriebsratsvorsitzenden der Nobiskrug-Werft, Marcus Stöcken, und der IG Metall über die Situation der Werft geführt. Im Gegensatz zum Termin im März war Eigentümer Windhorst bei diesem Termin nicht vor Ort. Auch dies kritisierte der Ministerpräsident, da die Landesregierung aufgrund der Probleme an der Werft an einem Austausch interessiert wäre.

«Die Stimmung in der Belegschaft selber ist nach wie vor schlecht, weil wir eben über schlechte Rahmenbedingungen reden müssen», erklärte der Betriebsratsvorsitzende Stöcken. «Wir sind leider nicht in der Lage, das tun zu können, was wir wollen - und zwar Schiffe bauen.» Ebenso sei der Arbeits- und Gesundheitsschutz am Werftstandort verbesserungsbedürftig. So sei etwa die Brandmeldeanlage nicht geprüft worden. Darüber sei der Eigentümer auch informiert worden, es habe jedoch keine Reaktion darauf gegeben.

Der SPD-Werftenpolitiker Thomas Hölck sagte, «die erneuten Probleme mit Herrn Windhorst waren vorhersehbar». Dass Worte allein Herrn Windhorst nicht beeindruckten, habe die Vergangenheit gezeigt. «Der Ministerpräsident hat die Angelegenheit vollmundig zur Chefsache erklärt. Damit hat er den Eindruck erweckt, er könne für die Werft eine Lösung herbeiführen. Günther muss jetzt liefern.» Die 600 Werft-Mitarbeiter hätten sich auf ihn verlassen.

Der Investor Lars Windhorst beabsichtigt laut seines Sprechers zunächst nicht auf die Vorwürfe von Ministerpräsident Günther zu reagieren. Es finde allerdings am Mittwoch eine Pressekonferenz der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft statt, auf der Windhorst sich auch zur Situation an den Werften äußern werde.

Die Nobiskrug-Werft wurde 2021 von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen. Die FSG ist ebenfalls im Besitz von Windhorst und nach Angaben der Staatskanzlei einer der größten industriellen Arbeitgeber im nördlichen Landesteil. Zusammen haben die FSG und Nobiskrug rund 600 Beschäftigte.

© dpa
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