Viele Atemwegserkrankungen: Zahl der Grippefälle steigt

Auch in Schleswig-Holstein leiden außergewöhnlich viele Menschen an Atemwegserkrankungen. Kliniken und Praxen seien stark ausgelastet, berichteten Kassenärztliche Vereinigung, Krankenhausgesellschaft und Gesundheitsministerium am Freitag. Viele Kinder hätten sich eine Respiratorische Synzytial-Virus-Infektion (RSV) zugezogen. Diese Erkrankung kann bei Kleinkindern in den ersten Lebenswochen schwere Verläufe nehmen.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Krankenhaus» weist den Weg zur Klinik. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Laut Robert Koch-Institut gibt es in Schleswig-Holstein und Hamburg aufgrund akuter Atemwegserkrankungen rund 1800 Arztbesuche pro 100.000 Einwohner, hieß es. Im Bundesschnitt seien es 2000. Auch die Zahl der Grippe-Erkrankungen steigt. Bis Dienstag wurden in Schleswig-Holstein binnen einer Woche 245 Fälle gemeldet, in den vergangenen vier Wochen insgesamt 560 Infektionen. Die Grippewelle begann bundesweit deutlich früher als üblich. Auch Corona-Infektionen nehmen wieder zu.

Kliniken, Ärzte und Ministerium baten Patienten um Geduld, wenn es zu längeren Wartezeiten komme, und um Verständnis, wenn routinemäßige Untersuchungen oder Behandlungen verschoben werden müssten. Praxen könnten entlastet werden, wenn die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung genutzt werde. Und es sollte überall der Grundsatz gelten: «Wer krank ist, bleibt zu Hause». Notaufnahmen sollten nur bei schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Notfällen aufgesucht werden.

Grippeimpfungen seien weiterhin sehr sinnvoll, hieß es. Sie seien wie die Impfung gegen Covid-19 auch in den Impfstellen des Landes möglich. Dies soll Praxen entlasten. Die Impfstellen werden trotz des angekündigten Rückzugs des Bundes aus der Finanzierung 2023 in konzentrierter Form fortgesetzt - bis Ende März in Kiel, Flensburg, Lübeck, Neumünster, Husum, Prisdorf und Schwarzenbek. Die Stellen in Kropp, Büdelsdorf, Preetz, Heide, Eutin, Itzehoe, Bad Oldesloe und Kaltenkirchen schließen im Dezember, zumeist kurz vor Weihnachten oder vor Monatsende. Am 24. und 31. Dezember sind alle Impfstellen geschlossen.

© dpa
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