Corona-Fällen unter Mitarbeitern: UKSH schließt Stationen

29.06.2022 Kliniken, Arztpraxen, Rettungsdienste - sie alle leiden unter vielen Corona-Fällen bei Personal und Beschäftigten. Dies führt nicht nur zu längeren Wartezeiten.

Corona-Schnelltests mit positivem (l) und negativem Ergebnis liegen auf einem Tisch. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Wegen einer Zunahme der Corona-Fälle in der Belegschaft schließt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) an den beiden Standorten Kiel und Lübeck Stationen. «Ebenso ist, wie im ganzen Land, das Patientenaufkommen in der Notaufnahme und in der stationären Versorgung erheblich gestiegen», teilte das Klinikum am Mittwoch mit. Deutlich mehr Patientinnen und Patienten müssten mit und wegen einer Corona-Infektion mit hohem Aufwand versorgt werden.

Das Uniklinikum kündigte an, dass es zu Wartezeiten und Einschränkungen in der Versorgung planbarer, nicht verschiebbarer Eingriffe oder von Arztbesuchen kommen werde. Gegebenenfalls sollen zudem vorerst nur noch dringliche, nicht verschiebbare Operationen erfolgen. Den Mitarbeitern wurden alle Dienstreisen bis auf weiteres untersagt. «Es werden alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Kliniken und Notaufnahmen gebraucht, um relevante akute Erkrankungen mit dem vorhandenen Personal versorgen zu können.»

«Insgesamt ist die Lage in den Kliniken landesweit sehr angespannt», erklärte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU). «Das liegt auch am generell hohen Krankenstand, der die Mitarbeitenden der Krankenhäuser besonders betrifft.» Wer krank oder infiziert ist, sollte zu Hause bleiben, um die Weitergabe der Infektion zu bremsen. Von der Decken rief dazu auf, bei einer Coronaerkrankung auch nach der fünftägigen verpflichtenden Isolation zu Hause zu bleiben, wenn ein Selbsttest weiterhin positiv ist oder wenn weiter Symptome vorliegen.

Von einer angespannten personellen Situation bei der Patientenversorgung berichtete auch die Landeshauptstadt Kiel. Betroffen seien außer dem Uniklinikum auch die Feuerwehr, das Städtische Krankenhaus, das Lubinus Clinicum und die niedergelassenen Ärzte. Auch am Städtischen Krankenhaus müssen Operationen verschoben werden, die nicht unbedingt jetzt vorgenommen werden müssen. Die Lage sei sehr angespannt, gab die Stadt an. Die Notfallversorgung sei gewährleistet.

Im Lubinus Clinicum mussten aufgrund des Personalmangels zwei Stationen und drei Operationssäle geschlossen werden, die Notfallversorgung sei aber vollständig gesichert, hieß es. Alle Kliniken riefen dazu auf, erprobte Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Infektion wieder sehr ernst zu nehmen und mit jeder nicht hochbedrohlichen Erkrankung die Notaufnahmen zu meiden. Im Kieler Rettungsdienst können die personellen Engpässe durch Personalverschiebungen innerhalb der Berufsfeuerwehr noch kompensiert werden. «Wer eine Operation verschieben kann, sollte es derzeit tun», erklärte der Kieler Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken. «Nicht zwingend notwendige Arztbesuche sollten ebenfalls verschoben werden.»

© dpa

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