Messerangriff vor Drogenhilfe: Zeugen nicht auffindbar

15.06.2022 In Gegenwart von rund 80 Menschen sollen drei Männer vor einer Hamburger Drogenhilfeeinrichtung zwei Kontrahenten angegriffen und beinahe getötet haben. Jetzt stehen die mutmaßlichen Angreifer vor Gericht. Die Strafkammer hat Mühe, Zeugen zu laden.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein halbes Jahr nach einer blutigen Auseinandersetzung vor einer Drogenhilfeeinrichtung am Hamburger Hauptbahnhof hat ein Prozess gegen drei Männer begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten im Alter von 24, 27 und 44 Jahren gemeinschaftlichen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Die drei Georgier sollen am 14. Dezember zwei Männer schwer verletzt haben. Mit einem Klappmesser habe der 27-Jährige einem der Männer mindestens neunmal in den Oberkörper gestochen, erklärte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor der Strafkammer am Landgericht. Aufgrund einer Lungenverletzung habe er sich in akuter Lebensgefahr befunden. Die beiden anderen Beschuldigten sollen den Angriff abgeschirmt und selbst mit einem Kettengliederschloss und einer Metallstange auf das Opfer eingeschlagen haben.

Als ein Begleiter des Angegriffenen den am Boden liegenden Verletzten wegziehen wollte, soll der 27-Jährige auch ihm einen Messerstich in den Oberkörper versetzt haben. Für diesen Mann habe eine potenzielle Lebensgefahr bestanden. Laut Polizei waren die Opfer damals 30 und 27 Jahre alt. Die drei mutmaßlichen Angreifer waren nach der Tat mit einem Auto geflüchtet. Die Polizei konnte sie aber wenig später festnehmen. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Die Angeklagten äußerten sich am Mittwoch zunächst nicht zu den Vorwürfen. Ihre Verteidigerinnen regten an, ein Rechtsgespräch über einen maximalen Strafrahmen bei Geständnissen zu führen. Dem stimmten das Gericht und die Staatsanwaltschaft zu.

Die Zeugenvernehmung dürfte sich schwierig gestalten. Es seien acht Zeugen geladen worden, aber die Ladungen hätten die Betroffenen nicht erreicht, sagte die Vorsitzende Richterin, Birgit Woitas. Nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei habe sich herausgestellt, dass drei von ihnen in Haft saßen. Einer der drei sei zwischenzeitlich bereits freigelassen worden, habe aber keine Anschrift hinterlassen.

Die Drogenhilfeeinrichtung Drob Inn, in der auch harte Drogen konsumiert werden dürfen, gilt als sozialer Brennpunkt. Als die Polizisten am 14. Dezember am Tatort eintrafen, befanden sich circa 80 Personen aus der Betäubungsmittelszene im Bereich des Vorplatzes, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bürgerschaftsfraktion mitteilte. Die beiden Verletzten lagen im Eingangsbereich des Drob Inns. Mitarbeiter der Einrichtung leisteten Erste Hilfe. Erst im Februar war bei einem anderen Einsatz vor dem Drob Inn ein Zivilfahnder durch einen Messerstich verletzt worden.

© dpa

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