St. Pauli: Neustart mit viel Freude und offenen Fragen

FC St. Paulis Trainer Timo Schultz verbreitet beim Trainingsauftakt gute Laune. Seinen Kader hat er erwartungsgemäß zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen. Es drohen noch zwei wichtige Abgänge. Schultz' Optimismus ist aber ungebrochen.
Ein Fußball liegt vor der Partie im Netz. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Freude, Fans und viele offenen Frage: Beim Start in die Vorbereitung des FC St. Pauli auf die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga am Samstag waren nach über zwei Jahren endlich wieder Fans dabei. Rund 200 Anhängerinnen und Anhänger des Kiezclubs waren auf das Trainingsgelände an der Kollaustraße gekommen, um die Spieler von Cheftrainer Timo Schultz bei ihrer ersten Übungseinheit zu beobachten. «Die Jungs freuen sich», sagte er über seine Spieler. «Danach ein paar Autogramme zu geben, ein bisschen in Kontakt zu kommen - das haben wir jetzt zweieinhalb Jahre vermisst.»

Als um kurz vor 16.00 Uhr die 21 Spieler und das Trainer-Team den Platz betraten, applaudierte die Anhängerschaft schon einmal. «Es geht wieder los. Ich denke, das ganze Drumherum - mit Zuschauern beim Training, tolles Wetter, der Platz - war super», sagte der 44-Jährige. «Wir haben jetzt fünf Wochen Zeit, um uns auf das erste Spiel vorzubereiten. Und die brauchen wir auch.»

Dass der Kader für die neue Saison zu diesem Zeitpunkt noch nicht komplett ist, ist normal. Viele Personal-Fragen sind offen. Bislang stehen vier Zugänge fest. Manolis Saliakas (25/PAS Giannina), David Nemeth (21/FSV Mainz 05) und Carlo Boukhalfa (23/SC Freiburg II) waren erstmals dabei. Connor Metcalfe (22/Melbourne City) hat noch Urlaub, da seine Saison in Australien später zu Ende gegangen ist.

Drängender sind die Fragen nach denen, die noch gehen könnten. Vor allem die Personalien Daniel-Kofi Kyereh und Guido Burgstaller sind mehr oder weniger offen. Beide Spieler waren zum Auftakt nicht dabei.

Bei Kyereh gibt sich Schultz keinen Illusionen hin, den Mittelfeldspieler trotz eines bis 2023 laufenden Vertrages zu halten. «Wenn er in zwei Wochen hier auf dem Trainingsplatz steht, würde mich das freuen.» So lange ihm Sportchef Andreas Bornemann keine andere Information gebe, plane er so. «Trotzdem kenne ich das Geschäft und weiß, was für Kräfte im Hintergrund da wirken.»

Der 26-jährige Kyereh, der seit zuletzt bei Ghanas Nationalmannschaft war, wird nach seiner starken Saison mit zwölf Zweitliga-Toren und zehn Assists von mehreren Bundesligisten umworben. Laut Medienberichten soll Aufsteiger Werder Bremen gute Chancen besitzen. Aber auch Europa-League-Teilnehmer SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach sind im Rennen. Kyerehs Abgang würde zumindest eine Ablösesumme bescheren. Von drei Millionen Euro ist die Rede.

Mehr Hoffnung hat Schultz bei Torjäger Burgstaller. Den 33-jährigen Österreicher zieht es aus familiären Gründen zurück in die Heimat. Im Gespräch ist Rapid Wien. «Ich glaube, dass er sich hier sehr wohl gefühlt hat», sagte Schultz. «Da müssen wir gucken, was es für Lösungen und Wege gibt. Wir wissen ja um seine Situation.»

Kyereh und Burgstaller waren in der vergangenen Saison für 30 Tore in der 2. Bundesliga verantwortlich. Die beiden hatten maßgeblich dazu beigetragen, dass der Kiezclub lange um den Aufstieg mitspielen konnte. Es dürfte schwer werden, Ersatz zu finden. «Bis zum 31. August ist das Transferfenster offen. Wir haben uns schon in den letzten Jahren davon nicht verrückt machen lassen», so Schultz.

Sicher ist er sich, dass Leart Paqarada bleibt. «Davon gehe ich aus», meinte Schultz . Der 27 Jahre alte Verteidiger ist zum Führungsspieler aufgestiegen.

Eine Baustelle ist geschlossen. Kurz vor dem Trainingsstart machte der Club die Verpflichtung von Torwarttrainer Marco Knoop als Nachfolger von Matthias Hain bekannt. Der 43-Jährige arbeitete zuletzt für den dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland und war davor unter anderen bei Fenerbahce Istanbul tätig.

Die vergangene Saison mit dem knapp verpassten Aufstieg hat der Schultz indes verarbeitet. «Ich bin eh der Typ, der freudig in die Zukunft schaut. Das habe ich auch relativ schnell geschafft.» Auch mögliche Spannungen im Verhältnis zu Sportchef Bornemann wollte er nicht überbewerten: «Wir arbeiten professionell miteinander. Wir haben immer Lösungen gefunden für die einzelnen Themen.»

© dpa
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