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Funde bei Ausgrabungen auf Platz der ehemaligen Synagoge

Die von den Nationalsozialisten zerstörte Bornplatzsynagoge im Hamburger Grindelviertel soll wiederaufgebaut werden. Vorher suchen Archäologen nach Spuren der Vergangenheit. Und wurden bereits fündig.
Ausgrabungen auf Platz der ehemaligen Bornplatzsynagoge
Kay-Peter Suchowa, Grabungsleiter für die archäologische Untersuchung auf dem Joseph-Carlebach-Platz. © Franziska Spiecker/dpa

Bei ihrer Suche nach Resten der ehemaligen Bornplatzsynagoge im Hamburger Grindelviertel sind die Archäologen bereits fündig geworden. «Nachdem wir das Fußbodenmosaik im Bereich der drei Schnitte, die wir bisher geöffnet haben, abgenommen haben, konnten wir uns in den drei jeweils 15 Quadratmeter großen Schnitten durch die verschiedenen Schichten in die Tiefe graben», sagte Landesarchäologe Rainer-Maria Weiss der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Dabei seien die Archäologen auf erste Betonwände gestoßen, die zu den unterkellerten Räumen der Synagoge gehören. Die Keller seien mit Bauschutt verfüllt, den die Archäologen unter Leitung von Kay-Peter Suchowa mühsam per Hand herausnehmen.

«In dem Bauschutt - der stark mit Ziegelsteinen durchsetzt ist - finden sich diverse stark zertrümmerte Bauelemente, die trotz ihrer Fragmentiertheit die einst hohe Qualität und Ausstattung des Synagogenbaus anzeigen», sagte Weiss. Reste von Kachelöfen belegten den Wohnkomfort in bestimmten Funktionsräumen, Bruchstücke geschnittener und polierter Marmorplatten in weißem und rotem Marmor stammten wohl von hochwertiger Wand- und Bodenverkleidung.

«Kapitellfragmente stützten eine Empore oder einen Türsturz ab, Fragmente bemalter Glasscheiben stammen von den diversen Buntglasfenstern, die man von den Rosen und dem Kuppeltambour der Synagogenfassade kennt», erklärte Weiss. Da die Synagoge systematisch abgetragen worden sei, bevor die Reste einplaniert wurden, seien aber keine vollständigen oder materiell wertvollen Hinterlassenschaften wie zum Beispiel Bronzen zu erwarten.

Die Bornplatzsynagoge unweit der Universität war bei ihrer Einweihung 1906 das größte jüdische Gotteshaus in Norddeutschland gewesen. Während der Novemberpogrome 1938 setzten Nationalsozialisten das Gebäude in Brand. Ein Jahr später zwangen sie die Jüdische Gemeinde, die Synagoge auf eigene Kosten abzureißen. Das Grundstück wurde enteignet und teils mit einem Hochbunker überbaut.

Seit Anfang des Monats forscht das Archäologische Museum auf dem Joseph-Carlebach-Platz nach Überresten der Synagoge. Für den geplanten Wiederaufbau soll die Jüdische Gemeinde Hamburg ein Grundstück im Grindelviertel zurückerhalten.

© dpa
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