Antrag zu «oben ohne» in Bädern: Bäderland reagiert gelassen

Alle sollten in Schwimmbädern oben ohne sein dürfen - das fordert die SPD in Hamburg-Eimsbüttel. Einen entsprechenden Antrag hat die Partei gestellt. Der Betreiber der Bäder in Hamburg geht entspannt mit der Idee um.
Ein Kind springt in einem Schwimmbad ins Becken. © Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Das Hamburger Bäderland hat gelassen auf den Antrag der SPD-Eimsbüttel zum Baden «oben ohne» in Schwimmbädern reagiert. Er begrüße die damit verbundene Diskussion in der Öffentlichkeit, sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel am Dienstag in Hamburg. «Es findet ein Wandel statt. Nun muss gemeinsam entschieden werden, wohin es gehen soll.» Dafür brauche es allerdings einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, das könne nicht einfach nach einem politischen Antrag entschieden werden. «Das muss in den Köpfen der Bürger ankommen. Interessengeleitete Klientel-Politik hilft da keinem.»

Schon jetzt sei es zudem jedem möglich, in den Freibädern mit freiem Oberkörper die Sonne zu genießen. «Jeder kann manchen, was er mag - solange sich keiner daran stört», fasste Dietel die Lage zusammen. Falls es jemanden störe, müsse ein Kompromiss gefunden werden.

Aus den Freibädern habe er allerdings auch noch keine Beschwerden mitbekommen, die wegen zu viel Nacktheit eskaliert seien. «Dass Frauen oben ohne auf der Wiese liegen, geht völlig in Ordnung. Das gibt es an jedem Standort.»

Zudem gelte in den Bädern die Hausordnung. -Die besage, dass alles zu unterlassen ist, was den guten Sitten und dem Aufrechterhalten der Ruhe und der Ordnung zuwider läuft. Darunter falle beispielsweise auch zu laute Musik oder das Rauchen ohne ausreichend Abstand.

Beim Baden selbst sei schließlich «die übliche Badebekleidung» zu tragen. «Was üblich ist, mögen bitte die Sozialpolitiker und die Gesellschaft im gemeinsamen Diskurs entwickeln. Und dann gilt das - auch bei uns wie im restlichen öffentlichen Raum. Wir machen die Regeln nicht, wir setzen sie nur um.»

Wer dennoch nackiger unterwegs sein will, könne das zudem an vielen anderen Orten in Hamburg jederzeit tun. So gebe es ein von einem Nudistenverein betriebenes Bad. Im Stadtparkbad gibt es zudem eine abgeschirmte FKK-Ecke und in den Freibereichen der Sauna ist hüllenloses Schwimmen und Sonnen ohnehin erlaubt.

Die SPD-Eimsbüttel hatte am Sonntag erklärt, dass sie sich für ein Baden «oben ohne» für alle in den Schwimmbädern im Bezirk einsetzen will. Damit wolle sie für zeitgemäßere und klarere Regeln eintreten, weil die Kleiderordnung nicht überall eindeutig geregelt sei.

© dpa
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