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Filmfest Hamburg mit Besucherrekord - und einem Abschied

Das Filmfest Hamburg existiert nun bereits seit mehr als drei Jahrzehnten. Zwei davon lagen in der Hand von Festivalleiter Albert Wiederspiel. Er hat viele preisgekrönte Filme und Schauspielende in die Hansestadt geholt. Nun ist damit aber Schluss.
Filmfest Hamburg
Schilder vom Filmfest Hamburg hängen vor einem Kino an einem roten Teppich. © Daniel Bockwoldt/dpa

Promis auf dem Roten Teppich, preisgekrönte Filme und Popcorn für Kinofans: Das 31. Filmfest Hamburg ist nach zehn Tagen mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Etwa 45.700 Menschen haben sich beim Filmfest Hamburg in den Festivalkinos die neuesten Filme aus fast 50 Ländern angeschaut, etwa 7000 Menschen schnupperten zuvor bereits beim Binnenalster-Filmfest erste Festivalluft, wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten. Einige Kinofans konnten dabei sogar einen Blick auf prominente Schauspielerinnen und Schauspieler werfen. So waren in den vergangenen Tagen unter anderem der Däne Mads Mikkelsen sowie Sandra Hüller, Jens Harzer, Bjarne Mädel, Barbara Auer und Heinz Strunk auf dem Roten Teppich vorm Hamburger Cinemaxx-Kino zu sehen.

Als Gastgeber war dort in diesem Jahr der Festivalleiter Albert Wiederspiel zum letzten Mal unterwegs. Nach 21 Jahren übergibt er nun den «schönsten Job der Welt» an seine Nachfolgerin Malika Rabahallah. «Ich bin überwältigt von der Kinobegeisterung unseres Hamburger Publikums. Wie schön sind volle Kinosäle und das gemeinsame Erleben von Geschichten auf der großen Leinwand. Es ist nicht nur das erfolgreichste Festival in meiner Amtszeit, sondern aller Zeiten», sagte Wiederspiel zum Abschluss.

Auf dem Filmfestival liefen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Filme, die zuvor auch schon auf den großen internationalen Festivals wie Cannes, Venedig und Locarno erfolgreich waren. Darunter der Venedig-Gewinner «Poor Things» mit Emma Stone, «Evil Does Not Exist» und «Paradise Is Burning» sowie das Krimidrama und Cannes-Gewinner «Anatomie eines Falls» mit Sandra Hüller. Auch der Eröffnungsfilm, das Debüt von Regisseur Amjad Al Rasheed, war in Cannes ausgezeichnet worden.

Auszeichnungen gab es natürlich auch in der Hansestadt. So war Schauspielerin Sandra Hüller (45) für ihren zunehmend wichtigen Beitrag zur europäischen Filmkultur mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet worden. Ihr Schauspielkollege Jens Harzer (51) hatte in seiner Laudation unter anderem Hüllers absolut «singuläre Stellung im Film und im Theater» hervorgehoben. Zeugnis ihres «fundamental beeindruckenden Spiels» sei ihr aktueller Film «Anatomie eines Falls».

Zudem bekam die Regisseurin Noora Niasari für ihren ersten Langfilm, «Shayda», den mit 5000 Euro dotierten NDR-Nachwuchspreis. Der Film mache mit präziser und sicherer Hand durch eine persönliche Geschichte Allgemeines deutlich, lautet die Jurybegründung. In dem Film geht es um die Iranerin Shayda, die mit Mann und kleiner Tochter in Australien lebt. Sie flieht in ein Frauenhaus, weil ihr Mann ihren westlichen Lebensstil nicht akzeptieren will. Dort bemüht sie sich um Normalität für ihre Tochter und schöpft neuen Mut - bis ein Richter ihrem Mann Besuchsrechte für Mona einräumt und Shayda fürchtet, dass er ihre Tochter in den Iran entführen könnte. Die Regisseurin Niasari wurde 1989 in Teheran geboren und ist in Australien aufgewachsen.

Publikumsliebling war am Ende der Film «Heaven Can Wait - Wir leben jetzt» von Sven Halfar, der sich um einen Hamburger Ü70-Chor dreht. Dafür gab es den mit 5000 Euro dotierten Publikumspreis.

Auch für die Produzentinnen und Produzenten von Kino- und Fernsehfilmen gab es etwas zu gewinnen: Hamburgs Kulturstaatsrätin Jana Schiedek überreichte den Preis «Internationale Kino-Koproduktionen» an den Produzenten Fabian Driehorst für seine internationale Koproduktion «Sultana's Dream». In der Kategorie «Deutsche Kinoproduktionen» gewann die Produzentin und Regisseurin Katharina Huber für ihren Film «Ein schöner Ort». Die Produzenten Jakob Claussen und Uli Putz wurden in der Kategorie «Deutsche Fernsehproduktion» für «Sörensen fängt Feuer» ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 25.000 Euro dotiert.

Bei dem zeitgleich laufenden Michel Kinder- und Jugendfilmfest hat der Kinderfilm «Mein Totemtier & ich» den Filmpreis Maja gewonnen. Die niederländische NDR-Koproduktion hatte die siebenköpfige Jury am meisten begeistert. Die Jury für den in diesem Jahr erstmals vergebenen Preis bestand aus sieben Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren. Mit einem «Ehrenpreis der Herzen» wurde zudem der britische Film «Georgie» gewürdigt.

Der Termin für die 32. Ausgabe des Filmfestes unter der neuen Leitung von Malika Rabahallah soll den Angaben zufolge im Januar 2024 bekanntgegeben werden.

© dpa
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