Möhring spielt Trainer für Basketballer mit Handicap

23.05.2022 Für den Film «Weil wir Champions sind» wurde der Großteil des Castes in Werkstätten und Sportvereinen für Menschen mit Behinderung und Inklusionstheatern gefunden. Das hat auch was mit der Atmosphäre am Set gemacht - und einen warmherzigen, authentischen und charmanten Film hervorgebracht.

Wotan Wilke Möhring sitzt beim RTL-Jahresrückblick "Menschen, Bilder, Emotionen" 2020" im Studio. © Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Es hätte alles so schön sein können: Andreas (Wotan Wilke Möhring) gilt als aufstrebender Co-Trainer im Profi-Basketball. Doch er neigt zu Wutanfällen, Ungeduld und Egoismus. Die Frau (Katharina Schüttler) ist ihm davon gelaufen und sein erwachsener Sohn (Ben Münchow) hält nicht viel von ihm. Eine Trunkenheitsfahrt bringt den Uneinsichtigen schließlich vor Gericht. Das Urteil: Haftstrafe oder Sozialstunden und eine Basketballmannschaft mit Menschen, die eine geistige Behinderung haben, trainieren.

Das klingt nach wohlbekanntem Hollywood-Plot - hochnäsiger Mann muss Perspektive wechseln und wird geläutert - und dem folgt der Film «Weil wir Champions sind» auch weitgehend. Aber der 90-Minüter, der am Mittwoch, 20.15 Uhr, auf Vox und schon vorher auf der Streamingplattform RTL+ zu sehen ist, besticht zugleich mit Charme, Frechheit, Unbedarftheit und guten Hauptdarstellern.

Die wurden mehrere Monate lang und bei 250 Besuchen in Werkstätten und Sportvereinen für Menschen mit Behinderung und Inklusionstheatern gesucht und gefunden. Vor der Kamera steht damit eine Riege aus Nordrhein-Westfalen, die mit dem Film komplett ihr Schauspieldebüt feiert. Und genau das ist auch die Stärke des Films von Regisseur Christoph Schnee. Hier spielen nicht Schauspieler Menschen mit Behinderungen. Sondern gehandicapte Menschen übernehmen eine Filmrolle. Das macht es authentisch.

Die Geschichte im weiteren Verlauf: Andreas muss also nun die «Wiesenschaumzikaden» trainieren und fühlt sich mit einer zusammengewürfelten Basketball-Truppe ohne Ballgefühl konfrontiert, die seiner Meinung nach niemals auch nur ein Spiel gewinnen kann. Und er versteht sie schlicht nicht.

Langsam wachsen Team und Trainer zusammen. Andreas Perspektivwechsel zu und er hinterfragt seine eigenen Vorurteile. Das Team spielt sich in der Regionalliga immer weiter nach oben. Vielleicht geht der Wandel hier und da ein bisschen plötzlich, aber das dürften die Zuschauer dem Film gern verzeihen.

Möhring lernt dabei nicht nur im Film als Andreas von seinen Schützlingen, sondern auch am Set selbst, wie er in einem RTL+-Interview sagt. «Wenn einem diese unverstellte Wahrhaftigkeit entgegenkommt, in der man sich völlig ehrlich spiegeln kann, entdeckt man viel Neues für sich. Ein absolut einzigartiges Projekt! Das ist etwas, was sich nicht viele trauen und an dem man sehr wachsen kann.»

Und die gemeinsame Arbeit hat auch die Stimmung am Set beeinflusst. «Es war erstaunlich, zu beobachten, wie sich das gesamte Team total zurückgenommen und jegliche persönlichen Bedürfnisse hinten angestellt hat. Egos oder Eitelkeiten hatten bei diesen Dreharbeiten keinen Platz, was zu einer sehr zugewandten, ruhigen und besonders konzentrierten Arbeitsatmosphäre geführt hat», sagte Produzentin Nina Viktoria Philipp.

© dpa

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