Mehr Crack-Konsum: Städte suchen nach neuen Lösungen

Der Konsum der Droge Crack nimmt Forschern zufolge vor allem in west- und norddeutschen Großstädten zu. Die Kommunen wünschen sich mehr Freiraum bei der Suche nach Lösungen, wie auf einer Fachtagung am Dienstag in Frankfurt deutlich wurde. Crack ist eine Droge, die aus Kokain hergestellt und geraucht wird. Sie wirkt stark, aber nur kurz, Experten sehen ein hohes «Verwahrlosungspotenzial» und viel Aggression bei den Konsumenten. Im Gegensatz zu Heroin gibt es keine Substitutionsmöglichkeit.
Eine Drogenabhängige zündet sich eine Crack-Pfeife an. © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

In Frankfurt spielt Crack seit etwa 25 Jahren «eine wichtige Rolle», wie Drogenkonsumforscher Bernd Werse von der Frankfurter Goethe-Universität berichtete. Seit einigen Jahren sei die Droge aber «so dominant wie nie», nochmals verstärkt seit der Corona-Pandemie. Auch Mitarbeiter von Drogenhilfeeinrichtungen aus Frankfurt, Hamburg, Hannover und Bremen berichteten von wachsenden Problemen.

Die Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel werde von vielen als «unerträglich» empfunden, gab Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) zu. Das Motto dürfe dennoch nicht lauten, «aus den Augen aus dem Sinn»: Ziel müsse sein, den Schwerkranken zu helfen. Um den Konsum einzudämmen und die Folgen zu lindern, brauche man Gesetzesänderungen auf Bundesebene.

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, geht davon aus, dass die geplante «Neuorientierung und Neujustierung der deutschen Drogen- und Suchtpolitik» auch dazu führt, «mehr Verantwortung und mehr Unterstützung für die Kommunen» zu erreichen. Man wolle den Städten die Möglichkeit geben, neue Wege zu erproben und Modellprojekte durchzuführen.

Valide Daten zum Crack-Konsum liegen nicht vor, wie Esther Neumeier vom Institut für Therapieforschung München berichtete. Die Konsumenten seien häufig Hochrisiko-Drogenkonsumierende oder Obdachlose, in der Allgemeinbevölkerung spiele die Droge so gut wie keine Rolle. Verbreitet sei Crack vor allem in Großstädten im Norden und Westen sowie Berlin. Als Grund für den wachsenden Konsum vermutet Neumeier die leichte Herstellbarkeit in Kombination mit guter Verfügbarkeit von Kokain und niedrigen Kosten, sowie den generellen Trend, Drogen eher zu rauchen als zu spritzen.

© dpa
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