Verbraucherzentralen: Häufigere Nutri-Score-Kennzeichnung

Die Einführung des Nutri-Scores geht den Verbraucherzentralen zu langsam voran. Von 1451 untersuchten Lebensmitteln seien rund 40 Prozent mit der Lebensmittelampel ausgezeichnet gewesen, teilte die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) am Donnerstag mit und verwies auf eine bundesweite Analyse der Verbraucherzentralen. Das seien sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. «Wir fordern in Sachen Nutri-Score mehr Tempo von der Lebensmittelindustrie», sagte Armin Valet von der VZHH. Die Lebensmittelampel ist laut den Verbraucherschützern «eine verlässliche Hilfe für Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Auswahl von Produkten mit einer besseren Nährstoffzusammensetzung».
Der sogenannte «Nutri-Score», eine farbliche Nährwertkennzeichnung, auf einem Fertigprodukt. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Nutri-Score von dunkelgrünem A bis rotem E ist eine fünfstufige Ampel. Nach einer festen Formel wird errechnet, in welche Kategorie ein Produkt fällt. Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren und viele Kalorien wirken sich dabei ungünstig aus. Ein hoher Anteil unter anderem an Obst, Gemüse, Nüssen, Ballaststoffen und Eiweißen bringt Pluspunkte. Seit November 2020 kann der Score hierzulande rechtssicher - aber auf freiwilliger Basis - auf verpackte Lebensmittel gedruckt werden.

Der Nutri-Score soll Verbrauchern die Auswahl innerhalb einer Produktgruppe - also zum Beispiel innerhalb der Kategorie Brot oder der Kategorie Milchgetränke - erleichtern. Das klappt umso besser, je mehr Lebensmittel innerhalb einer Produktgruppe die Ampel tragen. Laut Verbraucherzentralen sind Pizzen mit 70 Prozent der untersuchten Produkte besonders häufig gekennzeichnet, Cerealien und Milchprodukte mit jeweils 28 Prozent eher selten. «Erfreulich ist, dass Anbieter bei etwa einem Zehntel der untersuchten Produkte die Nährstoffzusammensetzung im Laufe des Jahres verbessert haben», sagte Valet.

Die Verbraucherzentralen setzen sich für eine Pflicht ein, den Nutri-Score einzuführen. Das wird jedoch auf EU-Ebene entschieden, die EU-Kommission will im kommenden Jahr einen Vorschlag für eine sogenannte erweiterte Nährwertkennzeichnung präsentieren. Doch die Zeichen stehen nicht besonders günstig für den Nutri-Score, auch weil sich einige EU-Staaten vehement gegen das System wehren. «Die EU-Kommission wird nicht den Nutri-Score vorschlagen», sagte kürzlich die für Ernährung zuständige stellvertretende Generaldirektorin der EU-Kommission, Claire Bury. Eine Kommissionssprecherin verwies auf Anfrage darauf, dass der Vorschlag noch in Arbeit sei.

© dpa
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