Verband: Hälfte der Stadtwerke erheben Gasumlage im Oktober

Die Energiepreise treiben Millionen Deutsche um. In Schleswig-Holstein fällt für zahlreiche Kunden die Gasumlage ab 1. Oktober an. Stadt- und Gemeindewerke sichern zu, dass sie die Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weitergeben werden.
Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel führt an den Leitungen des Gasspeichers Messungen durch. © Axel Heimken/dpa/Archivbild

Viele Kunden im Norden müssen von Beginn an die Gasumlage zahlen. Wie der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte, wird etwa die Hälfte seiner Mitgliedsunternehmen die Umlage ab 1. Oktober erheben. Die meisten anderen Stadt- und Gemeindewerke werden demnach vermutlich später nachziehen.

Der Verband vertritt die Interessen von rund 60 kommunalen Stadt- und Gemeindewerken sowie auf Energiewirtschaft spezialisierte Unternehmen. Sie versorgen rund ein Drittel der Schleswig-Holsteiner mit Strom, Gas und Wasser. Die Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Mit der von allen Gaskunden zu zahlenden Umlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde werden erhöhte Beschaffungskosten von Importeuren an die Kunden weitergegeben. Die Umlage soll Versorgern zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibendes, günstigeres Gas aus Russland kaufen müssen. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden betragen die Mehrkosten rund 484 Euro.

VSHEW-Chef Andreas Wulff, Geschäftsführer der Stadtwerke Brunsbüttel und Steinburg, begrüßte in diesem Zusammenhang die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf Erdgas. «Die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein benötigen diese finanzielle Entlastung dringend», sagte Wulff. «Unsere Mitgliedsunternehmen werden die Senkung der Mehrwertsteuer selbstverständlich an ihre Kunden weitergeben.»

Die Politik müsse auch finanzielle Hilfen für besonders betroffene Unternehmen entwickeln, um deren Wirtschaftskraft und damit Arbeitsplätze zu sichern, forderte Wulff. «Da die Betriebe in der Regel vorsteuerabzugsberechtigt sind, werden sie nicht durch die Mehrwertsteuersenkung entlastet, werden aber die Gasumlagen zahlen müssen.»

Die Stadt- und Gemeindewerke arbeiteten unter Hochdruck an der Berechnung der künftigen Gaspreise, um die Kunden individuell informieren zu können. Die Stadtwerke Kiel gaben an, sie würden ihre Kunden über die Preiserhöhung umgehend informieren. Sie versorgen rund 40 000 Kunden mit Erdgas.

© dpa
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