Initiative kritisiert hohen Verbrauch bei Habeck-Kampagne

21.06.2022 «Liebe Duschfans, ein Energiespar-Duschkopf spart 30 Prozent Energie für Warmwasser», heißt es in den Anzeigen der Energiespar-Kampagne von Wirtschaftsminister Habeck - häufig auch auf großformatigen digitalen Werbetafeln. Eine Hamburger Initiative stößt sich daran.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) spricht zu Journalisten. © Sebastian Iwersen/dpa/Archivbild

Die Initiative «Hamburg Werbefrei» hat den hohen Energieverbrauch bei der Energiespar-Kampagne von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) kritisiert. Insbesondere die Nutzung großer digitaler Werbetafeln verbrauche sehr viel Energie, sagte Martin Weise, Vertrauensperson der Initiative, der Deutschen Presse-Agentur. So würden für den 24-Stunden-Betrieb eines einzigen zehn Quadratmeter großen sogenannten City Light Boards mehr als 40.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt - in etwa so viel wie für 30 Single-Haushalte zusammen.

Das Bundeswirtschaftsministerium wies die Kritik zurück. «Aufgrund der Dringlichkeit des Themas haben wir aktuell das Ziel in den Vordergrund gestellt, die gesamte Bevölkerung zeitnah und deutschlandweit fürs Energiesparen zu sensibilisieren und zum Mitmachen zu motivieren», sagte eine Ministeriumssprecherin der dpa. «Dies führt dazu, dass auch Werbeträger zum Einsatz kommen, die selbst Strom verbrauchen.»

Unter dem Motto «80 Millionen gemeinsam für den Energiewechsel» ruft Habecks Ministerium zum Energiesparen auf, um auf die durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gestiegenen Energiepreise zu reagieren. Anzeigen, in denen beispielsweise «Duschfans» aufgerufen werden, einen Spar-Duschkopf anzuschaffen, werden derzeit bundesweit auf digitalen Anzeigetafeln, im Internet und in sozialen Netzwerken geschaltet.

«Solange riesige Werbetafeln Tag und Nacht Zehntausende Kilowattstunden verbrauchen, sind solche Appelle zynisch», sagte Weise. «Es darf nicht sein, dass normale Menschen kalt duschen sollen, um Strom zu sparen, während draußen auf der Straße Werbekonzerne gigantische Großmonitore betreiben.» Wenn die Bundesregierung schon zum Verzicht aufrufe: «Was wäre verzichtbarer als Werbung?», fragte Weise. Das Einsparpotenzial wäre riesig.

Die Dachkampagne «Energiewechsel» sei bis Ende 2025 geplant und damit langfristig angelegt, sagte Habecks Sprecherin. «Für die Zukunft planen wir, die Emissionen unserer Mediaschaltungen zu kompensieren, indem wir in Klimaschutzprojekte investieren.»

Im Rahmen einer Volksinitiative will «Hamburg Werbefrei» für ein weitgehendes Verbot von digitalen Werbeanlagen in der Hansestadt eintreten. Seit April werden dafür Unterschriften gesammelt.

© dpa

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