Haustarif: IG Metall und Vestas streben zeitnahe Einigung an

Die Verhandlungen zwischen der IG Metall und dem Windkraftanlagenbauer Vestas über einen Haustarifvertrag für die deutschen Beschäftigten steuern auf eine Einigung zu. In einer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch in Hamburg berichteten beide Seiten von konstruktiven und lösungsorientierten Gesprächen und stellten einen zügigen Abschluss in Aussicht. «Ziel der Tarifparteien ist es, zeitnah zu haustarifvertraglichen Regelungen zu kommen», heißt es in der Mitteilung des IG Metall-Bezirks Küste und der Vestas Deutschland GmbH (Hamburg).
Eine IG-Metall-Fahne weht im Wind. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Vestas hatte sich lange gegen Verhandlungen über einen Haustarif gesperrt, weil das Unternehmen ursprünglich nur mit dem Betriebsrat über Entgeltfragen sprechen wollte. Die IG Metall hatte daraufhin im vorigen Sommer einen Arbeitskampf gestartet. Zunächst gab es kürzere Warnstreiks, nach einer Urabstimmung seit November dann auch mehrtägige Streiks. Vor knapp drei Wochen hat sich Vestas dann doch mit der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch gesetzt, und der Arbeitskampf wurde ausgesetzt.

«Uns ist wichtig, dass wir weiter Fortschritte machen bei den Themen der Beschäftigten. Das haustarifvertragliche Paket, das wir schnüren wollen, soll genau diese Bereiche auch tatsächlich abbilden», sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Martin Bitter, laut Mitteilung. Der Geschäftsführer der Vestas Deutschland GmbH, Daniel Fröhling, nannte die Gespräche aus Unternehmenssicht einen «wichtigen Schritt, um zu einem Zeitpunkt, in dem ein großes Wachstum der Windkraft in Deutschland erwartet wird, weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber in Deutschland zu bleiben». Er stellte eine «maßgeschneiderte Lösung» in Aussicht, «die den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Mitarbeitenden gerecht wird».

Bei Vestas Deutschland arbeiten nach früheren Angaben 1700 Menschen, davon 700 als Monteure. Für die IG Metall ist der Streit eine Art Pilotkonflikt in der Windkraftindustrie. Die Gewerkschaft beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer wie Maschinenbauer traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber verbindlichen tariflichen Regeln bisher weitgehend verweigert.

© dpa
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