Linke kritisiert Behörden wegen Schilleroper

Die Linke hat den Hamburger Behörden einen zu laschen Umgang mit der Eigentümerin der Schilleroper vorgeworfen. Die Eigentümergemeinschaft ziehe weiterhin alle Register, um den Denkmalschutz zu umgehen, sagte die Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sudmann am Donnerstag. Der Erhalt der denkmalgeschützten Stahlkonstruktion stehe den Bauplänen und der damit verbundenen Rendite im Wege. «Statt umzuplanen, tanzt die Eigentümerin den Behörden auf der Nase herum.»
Das denkmalgeschützte Stahlgerüst der Schilleroper in Hamburg. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Obwohl die Eigentümerin bereits 2021 auf notwendigen Korrosionsschutz hingewiesen wurde, sei bis heute nichts geschehen, kritisierte Sudmann unter Hinweis auf die Antwort des Senats auf ihre Kleine Anfrage. «Statt auf Kosten der Eigentümerin ein Gutachten zum Korrosionsschutz ohne Abbau der Stahlkonstruktion erstellen zu lassen, bietet die Behörde sogar an, die Kosten für eine erste Schätzung zu übernehmen.» Sollte ein Abbruchantrag genehmigt werden, «wäre das ein weiterer Tiefpunkt im Umgang des Senats mit dem Denkmalschutz.»

Die Kulturbehörde hielt entgegen, das Denkmalschutzamt werde im Rahmen des rechtlich Möglichen weiterhin alles tun, um die Schilleroper vor Ort zu erhalten. «Das Denkmal ist durch die bereits errichtete Stützkonstruktion derzeit nicht akut gefährdet.» Derzeit sei das Denkmalschutzamt mit der Eigentümerin beim Thema Korrosionsschutz im Austausch. «Erst wenn die Eigentümerin der Aufforderung zum Korrosionsschutz nicht nachkommt, kann das Denkmalschutzamt notwendige Maßnahmen beauftragen und der Eigentümerin in Rechnung stellen.» Ein gestellter Abbruchantrag gilt laut Kulturbehörde «inzwischen als zurückgenommen, weil nicht alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt wurden».

Die 24 Meter hohe Rotunde befindet sich im Eigentum der Schilleroper Objekt GmbH (Hamburg). Im ehemaligen Zirkus, der später in ein Opern- und Theaterhaus umgewandelt wurde, traten Elefanten und Eisbären, aber auch Schauspielstars wie Hans Albers (1891-1960) und Asta Nielsen (1881-1972) auf. Nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und späterem Großbrand steht die damals hochmoderne Zirkus-Stahlkonstruktion als deutschlandweit einzige ihrer Art seit 2012 unter Denkmalschutz.

© dpa
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