Haftstrafen für vier Mitglieder der «Koks-Taxi»-Bande

Vier Mitglieder der sogenannten Hamburger Koks-Taxi-Bande müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte die drei Männer und eine Frau am Dienstag zu Strafen von vier Jahren und vier Monaten bis zu vier Jahren und neun Monaten. Alle vier hätten sich des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gemacht. Die Strafkammer ordnete die Einziehung der Drogenumsätze und Gewinne an. Die Beträge reichen von knapp 90.000 bis zu über 700.000 Euro. Strafmildernd wertete die Kammer die Geständnisse der Beschuldigten.
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Nach Überzeugung des Gerichts betrieben die Angeklagten und weitere Mittäter zwischen September 2020 und Juli 2021 einen illegalen Drogenlieferdienst, mit dem sie hauptsächlich Marihuana, Kokain und Ecstasy in Hamburg und Umgebung verkauften. Die 24 Jahre alte Angeklagte und ein 23-Jähriger hätten den sogenannten Bunker betreut, eine Wohnung auf St. Pauli. Ein 26-Jähriger nahm die Bestellungen über Whatsapp entgegen und organisierte die Auslieferung. Ein 28-Jähriger brachte die Drogen zu den Kunden.

«Es war ein perfekt aufeinander abgestimmtes arbeitsteiliges Vorgehen», sagte die Richterin. Das Hamburger Stadtgebiet sei unter der Woche in zwei Liefergebiete aufgeteilt gewesen, am Wochenende in vier. Es habe feste, achtstündige Schichtdienste für die Fahrer gegeben. Nachts und am Morgen habe nur einer Drogen ausgeliefert, am Nachmittag seien es zwei Fahrer gewesen, am Wochenende vier. 20 Prozent des Umsatzes sei der Lohn gewesen. Die Richterin sprach von einer professionell ausgeprägten Bandenstruktur. Aufgeflogen sei die Bande durch die Entschlüsselung der Encrochat-Kryptohandys.

Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwältin, die für die Angeklagten Haftstrafen von vier Jahren und vier Monaten bis fünf Jahre gefordert hatte. Nur die einzuziehenden Vermögenswerte setzte die Kammer etwas niedriger an. Der Verteidiger der angeklagten Frau hatte sich für eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren ausgesprochen. Die Verteidiger der drei beschuldigten Männer hatten nach Angaben eines Gerichtssprechers ebenfalls Haftstrafen beantragt.

Mit deutlichen Worten wandte sich die Richterin gegen die Verharmlosung von Marihuana. «Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, dass Cannabis nicht gefährlich sei», sagte sie. Immer wieder habe es das Gericht mit Taten zu tun, bei denen eine drogeninduzierte Psychose eine Rolle spiele. «Die Koks-Taxi-Bande als Pizzalieferdienst zu bezeichnen, ist eine Verharmlosung», erklärte die Richterin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa
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