Kurztrip statt Pokalreise: Kieler Saison-Fehlstart perfekt

Sieglos in der Liga, frühes Aus im DFB-Pokal: Den Start in die neue Fußball-Saison haben sich die Verantwortlichen bei Holstein Kiel anders vorgestellt. Jetzt lautet das Motto: Bloß kein Trübsal blasen.
Kiels Marvin Schulz (2.v.r), der seinen Elfmeter verschoss, steht bei Mannschaftskollegen. © Uwe Anspach/dpa

Bei Holstein Kiel ist der Fehlstart in die neue Fußball-Saison perfekt. Nach zwei mageren Unentschieden in der 2. Bundesliga wollten die ambitionierten Norddeutschen eigentlich wie 2020/21 (Halbfinale) im DFB-Pokalwettbewerb durchstarten, doch die angedachte Cup-Reise wurde zum Kurztrip. Das bittere 3:5 im Elfmeterschießen beim Drittligisten Waldhof Mannheim bedeutet zum ersten Mal seit 2017 das Aus in Runde eins. Und zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte musste die KSV im DFB-Pokal gegen einen unterklassigen Gegner die Segel streichen.

«Das Ergebnis ist ärgerlich und enttäuschend», stellte KSV-Sportchef Uwe Stöver nach dem frühen K.o. selbstkritisch fest. «Wir sind ausgeschieden, weil wir es nicht geschafft haben, in 120 Minuten ein Tor zu schießen.» Die beste Chance bot sich dem kurz zuvor eingewechselten Kwasi Wriedt (97.), doch der Ball wollte nicht rein.

Auch die Spieler sind angesichts einer gut verlaufenen Vorbereitung ratlos, warum es nicht wie gewünscht läuft. «Wir müssen uns fragen, warum wir kein Tor geschossen haben», klagte Linksverteidiger Johannes van den Bergh. An der Einstellung habe es nicht gelegen «da haben wir alles versucht. Trotzdem haben wir den Anspruch, weiterzukommen. Das muss besser werden», forderte der 35-Jährige.

Pechvogel des Abends war Marvin Schulz. Der Zugang, der vor gut zwei Monaten seinem Ex-Club FC Luzern mit zwei verwandelten Strafstößen in der Relegation gegen den FC Schaffhausen (2:0, 2:2) den Verbleib in der 1. Schweizer Liga geettet hatte, war der einzige Schütze, dem im fälligen Elfmeterschießen die Nerven versagten. Der 27-Jährige schoss den Ball über das Tor. «Das kann passieren», sagte Trainer Marcel Rapp und nahm den enttäuschten Mittelfeldakteur in Schutz. «Wir wussten um die Schwere der Aufgabe, dennoch war es unser Anspruch, gegen einen Drittligisten eine Runde weiterzukommen. Die Jungs haben aber alles auf dem Platz gelassen», ergänzte der 43-Jährige.

Sportchef Stöver forderte, den Blick nach vorn zu richten, denn schon am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) steht beim heimstarken Aufsteiger 1. FC Magdeburg die nächste Herausforderung an: «Es hilft nicht, jetzt Trübsal zu blasen. Das Spiel in Magdeburg wird stimmungstechnisch ein ähnliches Kaliber, so dass wir wissen, worauf wir uns einzustellen haben. Wir wollen dort den ersten Sieg in der Liga holen.»

© dpa
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