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Deutlich mehr Beschwerden bei Ombudsfrau

Immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein wenden sich an die Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig fehlt es den Einrichtungen und Jugendämtern an Personal.
Samiah El Samadoni
Samiah El Samadoni. © Axel Heimken/dpa

Ob schlechte Kontakte zum Jugendamt, Konflikte mit Erzieherinnen und Erziehern oder mangelnde medizinische Versorgung - über solche Zustände beschweren sich Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein. Binnen zweier Jahre hat die Beschwerdestelle 761 Eingaben entgegengenommen. Das waren 2022 und 2023 fast 200 mehr als im vergangenen Berichtszeitraum 2020/2021, wie die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, Samiah El Samadoni, am Donnerstag in Kiel bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichtes sagte.

Die Ombudsfrau in der Kinder- und Jugendhilfe führte die Steigerung vor allem darauf zurück, dass die Beschwerdestelle zunehmend bekannter werde und das Bedürfnis an Unterstützung und Beratung im Bereich der stationären Hilfen zunehme. Der thematische Schwerpunkt mit 438 Beschwerden habe erneut bei den Erziehungshilfen gelegen. Davon bezogen sich allein 323 Beschwerden in den Jahren 2022 und 2023 auf die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen besonders in Heimen und Wohngruppen - dies sei eine Steigerung zum vorherigen Berichtszeitraum um fast 100 Eingaben.

Neben der Bearbeitung der Einzelfälle sei es auch wichtig, in den Einrichtungen präsent zu sein, für Gespräche mit den Fachkräften und den Kindern, die dann auch Beschwerdemöglichkeiten wahrnehmen könnten. Damit dies nicht nur eingeschränkt möglich ist, braucht es EL Samadoni zufolge aber weitere personelle Verstärkung an den Einrichtungen.

Auch für die Jugendämter im Land wird es nach Angaben der Bürgerbeauftragten immer schwieriger, gute Fachkräfte zu finden und Stellen nachzubesetzen. So wachse derzeit nicht nur der Unterstützungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch die Arbeitslast für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendämtern. Darunter litten dann der fachliche Anspruch und die Qualität der Arbeit.

Oftmals fehle es schlicht an Zeit, alle beteiligten Personen angemessen einzubeziehen und vereinzelt schaffe man es nicht, die Kinder und Jugendlichen angemessen an den Maßnahmen zu beteiligen. Daher forderte El Samadoni eine starke Fachkräfteinitiative und Strategien zur Entlastung der Behörde, damit die Aufgaben für die Jugendämter im Land wieder schaffbarer werden.

In den stationären Einrichtungen im Land sind laut El Samadoni knapp 6500 Kinder und Jugendliche untergebracht - davon kommen etwa 3000 nicht aus Schleswig-Holstein. Für diese sei der Kontakt zum zuständigen Jugendamt besonders schwierig. Zudem gebe es in Schleswig-Holstein immer noch keine Schulpflicht für die Kinder und Jugendlichen, die aus anderen Bundesländern im Norden untergebracht sind.

Daher appellierte die Bürgerbeauftragte erneut an das Land, dass diese Kinder eine Schulpflicht brauchen. «Denn die Frage, ob ein Kind in die Schule geht oder nicht, kann nur davon abhängig gemacht werden, ob das Kind selbst in der Lage ist, in die Schule zu gehen und nicht, ob es aus Bayern oder aus Flensburg kommt», betonte El Samadoni.

© dpa
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