Altonaer Volkspark: 700 Teilnehmer im Klimacamp eingetroffen

Mehrere Hundert Menschen campen seit Dienstag am Rande des Altonaer Volksparks. Sie wollen in Hamburg keinen Urlaub machen, sondern die Klimakrise und den Kapitalismus bekämpfen. Die Camper sollen sich auch Gedanken über ihre Hautfarbe und Frisuren machen.
Zelte von Teilnehmern eines Protestcamps linker Umweltgruppen stehen im Altonaer Volkspark. © Daniel Bockwoldt/dpa

Rund 700 Menschen haben am Dienstag ihre Zelte in einem Protestcamp am Altonaer Volkspark in Hamburg aufgeschlagen. Es würden insgesamt bis zu 6000 Teilnehmer erwartet, die aber nicht alle in dem Camp übernachten werden, sagte eine Sprecherin der Veranstalter.

Die Teilnehmer wollen auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam machen und gegen die von der Bundesregierung geplanten Flüssiggas-Terminals protestieren. Eine Woche lang soll es Workshops und Diskussionen im Camp sowie Protestaktionen in der Stadt geben. «Zusammen organisieren wir ein großes Camp und zusammen stellen wir uns dem ausbeuterischen Kapitalismus entgegen», heißt es in dem Aufruf zu dem «System Change Camp».

Unter den mehr als 30 beteiligten Gruppen sind Fridays for Future Hamburg und die Grüne Jugend Hamburg, aber auch die vom Verfassungsschutz als linksextremistisch und gewaltorientiert eingestufte Interventionistische Linke sowie die durch Blockadeaktionen bekannt gewordene Organisation Extinction Rebellion. Die Polizei als Versammlungsbehörde wollte das Aufstellen von Schlaf- und Versorgungszelten verbieten, war damit aber vor dem Oberverwaltungsgericht gescheitert.

Für die Veranstaltungen wurden am Dienstag bereits drei Zirkuszelte aufgebaut, wie die Sprecherin sagte. Zudem gebe es eine vegane Küche, Solarstrom und WLAN. Camper mit weißer Hautfarbe bekamen auch Ratschläge zum Umgang mit Dreadlocks. «Wir werden sowohl auf der Website als auch durch Schilder auf dem Camp darauf hinweisen, dass white locks ein Symbol kultureller Aneignung sind und daher für BIPoC (Schwarze, Indigene und Personen of Color) verletzend sein können», erklärte die Gruppe Ende Gelände.

© dpa
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