Gespräche HHLA/Eurogate ruhen vorerst

01.07.2022 Die Hafenlogistiker HHLA und Eurogate wollen ihre Verhandlungen über einen Gemeinschaftsbetrieb der norddeutschen Containerterminals wegen der hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheit vorerst unterbrechen. Dies teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Die Gespräche zwischen den Hamburgern und Bremern hatten sich schon zuvor in die Länge gezogen. Nun wurde die «aktuelle geopolitische Situation mit bisher unabsehbaren Auswirkungen» als Grund genannt, die Beratungen über eine Kooperation «so lange zu vertagen, bis die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Fortsetzung wieder stabil genug sind». Zum Zwischenstand äußerten sie sich nicht.

Das HHLA-Container-Terminal Burchardkai (r) und das Containerterminal Eurogate (l) in Hamburg. © Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Die globale Handelsschifffahrt konnte vom Lieferketten-Chaos in der Hochphase der Corona-Krise zunächst auch profitieren. Denn als die Konjunktur bei knappen Transportkapazitäten wieder anzog, verdienten viele Reeder und Logistiker üppig. Frachtraten gingen in die Höhe.

Neue Lockdowns in China mitsamt riesiger Containerstaus etwa vor Shanghai sowie die wachsenden Risiken infolge des Ukraine-Krieges schufen dann aber weitere Probleme. Ende März hatte HHLA-Chefin Angela Titzrath gesagt: «Wie lange die Gespräche noch dauern werden, darauf will ich mich nicht festlegen. Aber bei gutem Willen aller Beteiligten kann eine entsprechende Absichtserklärung zeitnah unterzeichnet werden.» Die börsennotierte HHLA, die mehrheitlich der Stadt Hamburg gehört, spricht seit dem Frühjahr 2020 mit Eurogate darüber, die acht Containerterminals beider Unternehmen in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven in einer Gemeinschaftsfirma zu bündeln.

© dpa

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