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CDU fordert Maßnahmen gegen «Apothekensterben»

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland 500 Apothekerinnen und Apotheker ihre Standorte aufgegeben. Auch Hamburg ist betroffen, warnt die CDU und fordert den Senat zum Handeln auf.
Apotheke
Das Apothekenzeichen hängt an einer Hausfassade. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert Maßnahmen zum Schutz der Apotheken. «Allein im vergangenen Jahr haben fast 500 Inhaber und in diesem Jahr bereits mehr als 150 Inhaber ihre Standorte aufgegeben», heißt es mit Bezug auf bundesweite Zahlen in einem Antrag, über den die Bürgerschaft am Mittwoch beraten wird. «Durch Lieferengpässe bei Arzneimitteln, fehlendes Personal und einen höheren Kassenabschlag sowie gestiegenen Bürokratieaufwand geben immer mehr Apotheken auf», sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering der Deutschen Presse-Agentur.

Von 2019 bis 2023 sei auch in Hamburg die Zahl der Apotheken um zehn Prozent auf 369 gesunken, sagte der Präsident der Apothekerkammer Hamburg, Holger Gnekow, der dpa. Und der Trend setze sich in diesem Jahr fort. Allein seit Mai seien vier weitere Apothekenschließungen hinzugekommen.

Apothekendichte in Hamburg unter Bundesdurchschnitt

Schon jetzt liege auch Hamburg mit einer Apothekendichte von 18,5 pro 100 000 Einwohner deutlich unter dem Bundesschnitt von 21, sagte Thering. «So darf es nicht weitergehen.» Zu einer stabilen Gesundheitsversorgung gehörten gut erreichbare Apotheken, damit Kunden mit den benötigten Arzneimitteln zügig und verlässlich versorgt werden können.

In dem Antrag wird der rot-grüne Senat aufgefordert, sich «auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass das Honorar der Apotheken insoweit angepasst wird, dass dieses auf die gestiegenen Kosten abgestimmt ist und dynamisiert wird».

«Es braucht jetzt ein klares Bekenntnis der Bundesregierung, denn der hohe Kostendruck ist für immer weniger Apotheken zu stemmen», sagte Thering. «Die letzte spürbare Anpassung der Apothekenhonorare liegt mittlerweile rund 20 Jahre zurück.»

Reformpläne des Bundes dürften nicht zulasten der Großstadt-Apotheken führen

In ihrem Antrag warnt die CDU vor den Plänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), im Zuge der Reform des Apotheken-Gesetzes mit Honoraranreizen vor allem die Apotheken im ländlichen Raum zu stärken. Dies dürfe nicht zulasten der Versorgung in Ballungsräumen führen, wo die Mieten in der Regel höher seien als im ländlichen Raum.

Apothekerkammer-Präsident Genkow befürchtet, dass die Reformpläne des Bundes vor allem den inhabergeführten «Vor-Ort-Apotheken» das wirtschaftliche Leben schwer machen werden, große Ketten würden hingegen bevorteilt. «Das zieht sich für mich wie ein roter Faden durch den Referentenentwurf», sagte er.

Zwar hat Rot-Grün in Hamburg laut CDU die Probleme erkannt und Ende vergangenen Jahres in der Bürgerschaft einen Antrag für ein «Fachgespräch zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung» eingebracht. «Seit einstimmiger Annahme am 8. November 2023 ist jedoch wenig passiert. Zumindest zu wenig, als dass von einer spürbaren Verbesserung der angespannten Lage die Rede sein kann», heißt es in dem Antrag. «Zum Schutze der Gesundheitsversorgung auf dem Land und in den Städten darf keine Zeit mehr verloren gehen», mahnte Thering.

Redaktionshinweis: In einer vorherigen Version der Meldung hieß es, dass 500 Apotheken in Hamburg schließen würden. Die Zahl bezieht sich allerdings auf den Bund (Stand: 25.06.2024, 09.16 Uhr).

© dpa
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