Weltrekordpolonäse in Brunsbüttel von Brautpaar angeführt

Wie herrlich es matscht und quatscht und spritzt. Sport im weichen, nassen Schlickwatt ist etwas für Liebhaber. Die gibt es an der Elbmündung in Brunsbüttel reichlich.
Erschöpft liegt ein Teilnehmer des Fußballturniers während der 14. Wattolümpiade am Elbdeich Brunsbüttel im Schlick. © Marcus Brandt/dpa

Frisch getraut und schon knietief im Dreck: Angeführt von einem Brautpaar haben bei der traditionellen Wattolümpiade in Brunsbüttel am Samstag 206 Unerschrockene einen Watt-Polonäse-Weltrekord aufgestellt. Sie marschierten nach Angaben des Rekordinstituts für Deutschland vor den Augen von mehreren Tausend Zuschauern hintereinander weg im Schlick und bildeten ein Herz. 150 Teilnehmer wären für den Rekord nötig gewesen.

Am Nachmittag ging es in sportlichen Wettkämpfen um küstennahe Disziplinen wie Wattfußball, Watthandball, Wolliball oder Schlickschlittenrennen. Die Teilnehmer sauten sich bei ihren sportlichen Bemühungen vor dem Deich zum Vergnügen der Zuschauer bis zur Unkenntlichkeit ein und sammelten dabei Geld zur Unterstützung von Menschen an der Westküste, die von Krebs betroffen sind.

Elegante Ballstafetten, Ballbesitzfußball und schnelles Umschaltspiel hätten die Mannschaften sicher gerne vorgeführt - doch Schlickwatt statt grüner Rasen bringt originelle andere Spielzüge hervor. Zeitlupe statt Sprint war oft das Motto. Dafür konnte jeder sicher sein: Stürze enden sanft im weichen Untergrund. Die Trikots waren ohnehin nach kurzer Zeit nicht mehr gut zu unterscheiden, so dass auch Eigentore nicht weiter auffielen.

Bei allem Spaß verfolgt die Wattolümpiade immer auch ein seriöses Ziel: «Stark gegen Krebs». Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU) lobte als Schirmherrin in einem Grußwort den «schmutzigen Sport für eine saubere Sache». «Allen, die die Wattolümpiade ausnahmslos ehrenamtlich auf die Beine stellen, sage ich von Herzen ein großes Dankeschön.» Es sei eine ganz tolle Sache, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer diese einzigartigen olümpischen Spiele erleben können und gleichzeitig mit ihrem Eintritt dazu beitragen, dass die Strukturen für an Krebs Erkrankte in der Region verbessert werden.

Herbst würdigte den Wattolümpiaden-Verein, der auch während der vergangenen zwei Corona-Jahre aktiv war. Der Verein habe der Schleswig- Holsteinischen Krebsgesellschaft 30.000 Euro aus Einzelspenden überreicht, um Angebote für Krebsbetroffene aufrecht zu erhalten.

Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft ist Partner der Wattolümpiade. Sie betreibt unter anderem das aus Erlösen der Benefizveranstaltung finanzierte Krebsberatungszentrum Westküste. Rund 500.000 Euro seien so bislang gesammelt worden.

Herbst erinnerte an den Ursprung der Veranstaltung, der inzwischen 50 Jahre zurückliegt. 1972 hatte der Künstler Hein Hoop die ersten Wattenspiele veranstaltet. 2004 sei die Idee als Benefizaktion wieder aufgegriffen worden.

© dpa
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