Arbeitslosenzahl in Hamburg im Juli abermals gestiegen

Die Invasion Russlands in der Ukraine ist bei der Zahl der Arbeitslosen am Arbeitsmarkt sichtbar. Mehr und mehr Flüchtlinge werden in der Statistik erfasst - und treiben so auch die Hamburger Arbeitslosenquote stärker nach oben als im Sommer üblich.
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit in Hamburg ist im Juli abermals gestiegen. Grund sind vor allem ukrainische Flüchtlinge, die seit Juni vermehrt in der Arbeitsmarktstatistik erfasst werden. Daneben spielen saisontypische Faktoren eine Rolle. «Hamburg befindet sich noch mitten in den Sommerferien. Ferien- und Urlaubszeit sorgten in der Vergangenheit immer für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit», sagte der Operative Geschäftsführer der Hamburger Arbeitsagentur, Reinhold Wellen, am Freitag. «So war es auch in diesem Monat, nur fällt der Anstieg deutlich höher aus.»

Insgesamt waren im Juli 76.909 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und damit 5,8 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen um 6,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 7,1 Prozent, nach 6,7 Prozent im Vormonat. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 7,6 Prozent gelegen. Bereits im Juni war die Zahl der Arbeitslosen zuletzt wieder gestiegen, nachdem sie im Mai auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie im Februar 2020 gesunken war.

Gleichwohl präsentiert sich der Arbeitsmarkt in der Hansestadt weiter robust. So gab es auch zuletzt wieder einen Beschäftigungsrekord. Nach jüngsten verfügbaren Daten aus dem Mai sind gut 1,036 Millionen Menschen in Hamburg sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist aus Sicht der Arbeitsagentur «ungebrochen hoch». Derzeit seien mehr als 13.800 freie Jobs gemeldet, bei denen ganz überwiegend Fach- und Führungskräfte für unbefristete Vollzeitstellen gesucht würden, hieß es. «Nach Aussagen unserer Arbeitsmarktexperten suchen alle Branchen geeignetes Personal um ihre Produktion und Dienstleistung zukünftig sicherzustellen.»

Für den jüngsten Anstieg der Arbeitslosigkeit sind laut Arbeitsagentur drei Faktoren verantwortlich. Zum einen seien in vielen Unternehmen Personalverantwortliche im Urlaub. «Dadurch verschieben sich Neueinstellungen.» Zum anderen endeten im Juli viele Ausbildungsverhältnisse und nicht alle jungen Leute würden vom Ausbildungsbetrieb übernommen. «Aus Erfahrungen wissen wir, dass diese gut Ausgebildeten nur eine kurze Sucharbeitslosigkeit in Anspruch nehmen müssen, um schnell wieder in Arbeit zu kommen.» Und schließlich werden ukrainische Flüchtlinge seit Anfang Juni in der Grundsicherung erfasst und tauchen damit in der Arbeitslosenstatistik auf. «Nach vorläufigen Ergebnissen erhalten im Juli 6831 ukrainische Geflüchtete Regelleistungen durch das Jobcenter», hieß es.

© dpa
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