Trockenheit macht den Jungstörchen zu schaffen

Die Storchenpopulation in Deutschland entwickelt sich durch das veränderte Zugverhalten gut - immer mehr fliegen nach Spanien statt nach Afrika. In diesem Jahr macht die Trockenheit allerdings den Spätbrütern zu schaffen.
Ein Storch setzt zur Landung an. © Felix Kästle/dpa/Archivbild

Die Trockenheit hat den Bruterfolg bei den Jungstörchen in vielen Regionen beeinflusst. In den Elbtalauen, die die höchste Weißstorchendichte Deutschlands verzeichnet, litt der Bruterfolg wegen mangelnden Hochwassers. «Es fehlten die Laichgewässer für die Amphibien als Nahrung», sagte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) der Deutschen Presse-Agentur. In den östlichen Bundesländern wie Brandenburg und auch Mecklenburg-Vorpommern habe der Nachwuchs kaum Nahrung gehabt.

«Im Gegensatz zum Vorjahr, das zu nass ausgefallen ist und in dem viele Junge aus den Nestern fielen, liegt der Bruterfolg im Osten wegen der Trockenheit deutlich unter zwei Jungen», sagt Thomsen. Schleswig-Holstein liege mit etwa 1,5 bis 1,6 Jungen im langjährigen Durchschnitt.

In Niedersachsen habe sich die Population in den vergangenen zehn Jahren insgesamt verdoppelt, sagt Hans-Jürgen Behrmann, Weißstorchbetreuer im Landkreis Gifhorn. Für dieses Jahr gibt es noch keine Zahlen. Im Landkreis Gifhorn haben die Frühbrüter gute Bruterfolge verzeichnet: «Wir hatten etliche Vierer-Bruten», berichtet Behrmann. Bei den später brütenden Paaren habe die Trockenheit voll durchgeschlagen, es waren zu wenig Regenwürmer für die Ernährung der Jungen da.

Viele Jungstörche machen sich im August/September auf den Weg gen Süden, nach Afrika und auch Spanien. Der Weißstorch zieht in wärmere Gefilde, der Nachwuchs zuerst. Bei stabil guter Wetterlage fliegen die Jungstörche in den nächsten Tagen los - meist ohne Eltern - und nutzen die sommerliche Thermik unterwegs. Sie treffen jedoch immer wieder auf erfahrene Vögel, die sie begleiten und ihnen den Weg zeigen.

Einige bleiben aber auch in Deutschland. «Das ist ein Phänomen, was zunimmt. Einzelne probieren es aus», berichtet Thomsen. Wenn der Winter milde sei, gebe es das ganze Jahr über Mäuse, Regenwürmer oder sogar Fisch. Besonders in Südwestdeutschland und auch den Niederlanden blieben einige das ganze Jahr. Kurze Frostperioden können die Störche auch überstehen.

2019 gab es bundesweit etwa 7500 Paare. Die Experten schätzen, dass es 2023 gut 10.000 Paare werden können. Der Grund ist das veränderte Zugverhalten - immer mehr bleiben in Spanien. Und kehren auch früher zurück. Die Folge: Sie werden auch früher brutreif.

© dpa
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