Mehr Arbeitslose in Schleswig-Holstein als vor einem Jahr

Stark gedämpfte Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt im Norden: Im Oktober sank die Zahl der Menschen ohne Job nur geringfügig. Der Ukraine-Krieg macht sich in der Statistik bemerkbar. Bei der Kurzarbeit steigen die Zahlen. Aber es gibt auch positive Zeichen.
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Schatten und Licht am Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Im Oktober waren im nördlichsten Bundesland 81 400 Menschen ohne festen Job und damit 2,3 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres, wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch berichtete. Zum Vormonat September gab es einen minimalen Rückgang um 0,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr wie im September 5,2 Prozent, nach 5,0 Prozent vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt profitiere im Oktober im Vergleich zum September von einer gedämpften, saisonal typischen Herbstbelebung, kommentierte der Regionalchef der Arbeitsagentur, Markus Biercher. Im Vorjahresvergleich habe besonders der Übergang ukrainischer Schutzsuchender in die Grundsicherung eine Zunahme der Arbeitslosigkeit bewirkt. Im Oktober 2021 waren 180 ukrainische Arbeitslose registriert, jetzt sind es 6100.

Eine steigende Tendenz zeigt sich auch bei der Kurzarbeit, in der nach den aktuellsten Zahlen vom Juli in dem Monat 777 Beschäftigte in 134 Betrieben waren. Im Oktober zeigten 196 Betriebe für 1819 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit an.

Insgesamt aber wuchs die Beschäftigung weiter. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg nach den jüngsten Daten vom August im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent auf gut 1,05 Millionen. Besonders im Gastgewerbe, im Handel, bei sonstigen Dienstleitungen, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung entstanden neue Arbeitsplätze.

Dies hob auch Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen hervor. Und: «Die diesjährige leichte Herbstbelebung sorgt dafür, dass vor allem die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren und der Langzeitarbeitslosen weiter zurückgegangen ist», sagte der parteilose Politiker. Überdurchschnittlich gesunken ist auch die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hält an: Derzeit haben die Arbeitsagenturen 29.400 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand - 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe, am Bau und in der Gastronomie werden Mitarbeiter gesucht.

Bei den Kreisen schwankt die aktuelle Arbeitslosenquote zwischen 3,5 Prozent in Stormarn und 5,4 Prozent in Steinburg. Unter den kreisfreien Städten hat Kiel mit 7,5 Prozent den niedrigsten Wert und Neumünster mit 7,8 Prozent den höchsten.

© dpa
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