Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein sinkt weiter

Der saisonal übliche Abbau der Arbeitslosigkeit fällt im Norden besonders stark aus. Die Zahl der Frauen und Männer ohne festen Job liegt damit stabil unter Vorkrisenniveau. Sorgen bereitet Experten aber eine andere Entwicklung.
Ein Schild steht vor einem Standort der Agentur für Arbeit. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Die übliche Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein im Mai deutlich verringert. «Die Ukraine-Krise, Lieferketten-Probleme, steigende Inflation - all das kann dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein nichts anhaben», sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Dienstag der dpa. Allerdings gebe es wegen der geopolitischen Lage Unsicherheiten. Ohne eine weitere Eskalation rechne sie auch im Juni mit sinkenden Arbeitslosenzahlen im Norden.

Im Mai sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer im Vergleich zum April um 3,3 Prozent auf 75.480, wie die Regionaldirektion berichtete. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug der Rückgang satte 18 Prozent. «Obwohl mir bewusst ist, dass auch aktuell die Kurzarbeit noch Beschäftigung sichert, finde ich es erwähnenswert, dass die derzeitige Zahl der Arbeitslosen um 3000 unter dem Vorkrisenniveau liegt», sagte Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 4,8 Prozent, ein Prozentpunkt unter dem Mai-Wert des Vorjahres von 5,8 Prozent. Im April hatte die Quote 4,9 Prozent betragen. Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) handelt es sich «um die niedrigste Mai-Arbeitslosenquote seit über 25 Jahren».

Profitieren konnten von dem stabilen Trend am Arbeitsmarkt alle Alters- und Personengruppen - wobei laut Haupt-Koopmann die Jugendarbeitslosigkeit sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich überproportional zurückgegangen ist. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei deutlich rückläufig, liege aber immer noch deutlich über dem Wert vor der Pandemie.

Als bemerkenswert wertet die Arbeitsagentur das Niveau der Personalnachfrage. So sei seit Jahresbeginn die Zahl der sozialversicherungspflichtigen offenen Stellen um 18,5 Prozent auf 29.200 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. «Speziell im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.»

Besorgt zeigte sich Buchholz, dass in einigen Branchen und Berufen das Potenzial auf dem Arbeitsmarkt nahezu ausgeschöpft sei. «Umso wichtiger ist es, die Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter zu erhöhen, mehr junge Menschen durch die Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen zu gewinnen und die Fachkräfteeinwanderung zu stärken.» Haupt-Koopmann sagte, die Sicherung des Fachkräftenachwuchses bleibe eine zentrale Herausforderung. «Es sollten daher keine Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.» Aktuell stehen im Norden 9700 freien Ausbildungsplätze 5300 unversorgte junge Menschen gegenüber.

Unter den Kreisen wies Stormarn im Mai mit 3,1 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 5,0 Prozent die höchste Arbeitslosenquote auf. Unter den kreisfreien Städten war die Quote in Kiel mit 6,9 Prozent am niedrigsten und in Neumünster mit 7,6 Prozent am höchsten.

© dpa
Weitere News
Top News
1. bundesliga
Bundesliga: Und nun, VfB? Offene Fragen um Labbadia
People news
US-Justiz: Prozess gegen Schauspieler Danny Masterson endet ergebnislos
Tv & kino
Schauspielerin: Christiane Hörbiger mit 84 Jahren gestorben
Gesundheit
Geistiger Abbau: Neues Medikament: Fortschritt bei Alzheimer-Therapie
Internet news & surftipps
Mails, SMS & Co: Ermittler sollen in EU leichter an Daten kommen
Tv & kino
Schauspieler: Hugh Grant erinnert sich ungern an eine Tanzszene
Auto news
EU-Label und Tests: Bei Reifensuche auf Energieeffizienz achten
Das beste netz deutschlands
Rollenspiel-Abenteuer: «Potionomics»: Fröhliches Tränkebrauen in der Hexenküche
Empfehlungen der Redaktion
Regional hamburg & schleswig holstein
Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen wegen Ukraine-Flüchtlinge gestiegen
Regional bayern
Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosigkeit in Bayern sinkt: Aber weniger als üblich
Regional mecklenburg vorpommern
Arbeitsmarkt: Keine Trendwende: Arbeitslosenzahl steigt auf 61.400
Regional niedersachsen & bremen
Arbeitsmarkt: Mehr Arbeitslose wegen Geflüchtete und Schulabgängern
Regional sachsen anhalt
Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit steigt im November: Quote 7,1 Prozent
Regional mecklenburg vorpommern
Juni-Bilanz: Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen
Regional bayern
Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen nahezu unverändert
Regional thüringen
Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen im Juli wie erwartet gestiegen