Arbeitslosigkeit in Hamburg erstmals wieder unter 70.000

Ukraine-Krieg, Rekordinflation, schwache Konjunkturaussichten: Die wirtschaftliche Lage ist alles andere als rosig. Gleichwohl präsentiert sich der Arbeitsmarkt in Hamburg weiter robust.
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit in Hamburg liegt zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder unter der Marke von 70.000. «Der Hamburger Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der großen Herausforderungen durch den Angriff auf die Ukraine und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen für Europa und Deutschland weiterhin stabil», sagte der Chef der Hamburger Arbeitsagentur, Sönke Fock, am Dienstag. Zugleich ist die Beschäftigung in der Hansestadt abermals auf ein Rekordniveau gestiegen. Weil Betriebe weiter händeringend nach knappem Fachpersonal suchen, werde sich die stabile Beschäftigungslage «auch im Frühjahr und Sommer 2022 fortsetzen».

Insgesamt waren im Mai 69.803 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und damit 1,4 Prozent weniger als im April. Unter der Marke von 70.000 war die Zahl der Arbeitslosen zuletzt im März 2020, bevor die Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit binnen weniger Monate von April an auf mehr als 91.000 getrieben hatte. Im Vergleich zum Mai 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen um 16,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Mai wie im Vormonat bei 6,5 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 7,8 Prozent gelegen.

Nach jüngsten verfügbaren Daten vom März sind inzwischen fast 1,033 Millionen Menschen in Hamburg sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bis auf das Verarbeitende Gewerbe gilt dieser Trend mittlerweile für alle Wirtschaftsbereiche. «Mit fast 12.800 gemeldeten freien Stellenangeboten ist und bleibt der Bedarf an qualifiziertem Personal auf hohem Niveau», berichtete die Arbeitsagentur. Davon seien die meisten sofort zu besetzen - und die meisten richteten sich an qualifizierte Fach- und Führungskräfte.

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine dürften nach Prognose der Arbeitsagentur nur in Einzelfällen solche Stellen besetzen. Zwar sind in Hamburg inzwischen deutlich mehr von ihnen auf Jobsuche. Bereits im Mai sei nach ersten Auswertungen die Zahl der arbeitsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainer um 2519 auf insgesamt 2995 gestiegen, berichtete Fock. «In den nächsten Wochen und Monaten erwarten wir erheblich mehr Arbeitsuchende, die in den Arbeitsmarktstatistiken sichtbar werden.»

Nach seiner Einschätzung dürfte die Jobsuche allerdings nur «in einigen Fällen durch gute Qualifikation und großes Engagement von Unternehmen» erfolgreich sein, nicht jedoch in großer Zahl. «Neben einer passenden Unterkunft geht es mit Blick auf eine qualifikationsgerechte Vermittlung auf freie Jobangebote natürlich auch um Sprachkenntnisse, berufliche Abschlüsse, stabile Gesundheit, Kindesbetreuung und um eine gerechte Entlohnung.»

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sind nach Angaben der Innenbehörde gut 24.000 Frauen, Männer und Kinder aus der Ukraine in der Hansestadt registriert worden, von denen sich derzeit zwischen 20.000 und 21.000 in Hamburg aufhalten dürften.

© dpa
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