Aktivisten legen Autoverkehr durch Hamburg weitgehend lahm

Klimaaktivisten der Letzten Generation haben erneut in und um Hamburg ein Verkehrschaos angerichtet. Sie blockierten zum Start des Oster-Reiseverkehrs die wichtigsten Elbquerungen in der Hansestadt. Autofahrer standen deshalb Stunden im Stau.
Stau auf der A7
Fahrzeuge stehen auf der A7 im Stau. © Bodo Marks/dpa

Mit Beginn des Oster-Reiseverkehrs haben Klimaaktivisten erneut den Verkehr auf den Autobahnen in Hamburg weitgehend lahmgelegt und ein Verkehrschaos mit kilometerlangen Staus verursacht. Mitglieder der Protestgruppe Letzte Generation klebten sich dazu am Gründonnerstag vor dem Südportal des Elbtunnels und auf der Nordseite der Elbbrücken auf die Fahrbahn. Erst nach fast fünf Stunden gab die Polizei den Elbtunnel wieder frei. Der Verkehr über die Elbbrücken in die Innenstadt konnte nach knapp drei Stunden wieder fließen. Von Süden stauten sich die Fahrzeuge über die A255 bis zur A1 zurück.

Der Elbtunnel und die Elbbrücken sind die einzigen Möglichkeiten, die Millionenstadt über Schnellstraßen von Süden her zu erreichen. Westlich von Hamburg gibt es lediglich eine Fährverbindung bei Stade. Östlich von Hamburg ist die Brücke der B404 bei Geesthacht wegen Sanierungsarbeiten nur eingeschränkt befahrbar. Die Route durch den Hafen zur Freihafenelbbrücke war durch eine weitere Aktion der Letzten Generation beeinträchtigt. Die Polizei konnte zwar eine Blockade auf dem Veddeler Damm verhindern. Eine von zwei Spuren sei aber vorübergehend für den Einsatz gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Auch nach Ende der Aktionen bauten sich die kilometerlangen Staus zunächst kaum ab, weil der Reiseverkehr am Nachmittag zunahm. Nach Angaben der Verkehrsleitzentrale stockte der Verkehr auf der A1 ab Seevetal-Hittfeld auf 20 Kilometern in Richtung Lübeck, auf der A7 ab Hamburg-Fleestedt auf 15 Kilometern. Auch der Verkehr in Richtung Süden war betroffen. Durch die Sperrung von zwei Tunnelröhren war auch eine Fahrspur in Richtung Hannover betroffen. Auf der A1 stockte der Verkehr in Richtung Bremen, weil Autofahrer nicht auf die A255 in Richtung Innenstadt abfahren konnten. Vor rund zwei Wochen hatten Klimaaktivisten die Elbbrücken schon einmal blockiert. Da der Elbtunnel damals wegen Bauarbeiten gesperrt war, war das Ergebnis ähnlich.

Diesmal mussten die Beamten vor dem Elbtunnel nicht nur die Aktivisten von der Fahrbahn lösen. Die Feuerwehr war laut Polizei zudem im Einsatz, um die Autobahn von einer Flüssigkeit - vermutlich Speiseöl - zu reinigen. Die Letzte Generation teilte mit, Unterstützer der Gruppe hätten den Verkehr mit zwei Transportern angehalten. Dann hätten sie sich in orange Warnwesten auf die Fahrbahn gesetzt und großflächig Pflanzenöl verteilt. Zudem hätten sie sich mit Sekundenkleber auf der Fahrbahn festgeklebt.

An den Elbbrücken soll ein Polizist einem Video der Letzten Generation zufolge einen festgeklebten Aktivisten gewaltsam von der Straße gerissen haben - was die Polizei jedoch zurückwies. Aus ihrer Sicht war der Kleber noch nicht getrocknet. Rettungssanitäter hätten an den Händen des Mannes keinerlei Verletzungen festgestellt. Ärger gab es auch um die Behandlung eines Journalisten durch die Polizei. Der Medienvertreter hatte via Twitter geklagt, dass er an seiner Arbeit gehindert worden sei. Die Polizei erklärte, es habe geklärt werden müssen, ob er tatsächlich Journalist oder Teil der Aktivisten sei.

Die Gruppierung Letzte Generation begründete die Blockade damit, dass die Regierung ihrer Verantwortung nicht nachkomme, «unser Überleben und das der künftigen Generationen zu schützen». Anfang März hatte die Gruppe gefordert, dass die Stadt Hamburg sich ihren Forderungen nach Bildung eines sogenannten Gesellschaftsrates zur Lösung der Klimakrise anschließt. Andernfalls wolle sie «für eine maximale Störung der öffentlichen Ordnung» sorgen, teilte sie in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen mit. Der Senat und die Fraktionen von SPD, CDU und AfD hatten die Drohungen zurückgewiesen.

© dpa
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