Friedensorganisation: Waffen lösen Ukraine-Konflikt nicht

Der Ukraine-Krieg birgt nach Ansicht der Friedensorganisation IPPNW die Gefahr einer atomaren Eskalation. Sie fordert eine diplomatische Lösung. Mit einem klaren Nein zu Waffenlieferungen tut sich die Ärztevereinigung aber schwer.
Geflüchtete aus der Ukraine sind am Hamburger Hauptbahnhof angekommen. © Jonas Walzberg/dpa/Archivbild

Die Organisation Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hat vor einer Eskalation des Ukraine-Krieges gewarnt. «Die Drohung von Russlands Präsident (Wladimir) Putin mit Atomwaffen führt die Menschheit an den Rand eines Atomkrieges - die Gefahr ist so hoch wie während der Kubakrise (1962)», teilte die Vereinigung vor ihrem Jahreskongress an diesem Wochenende in Hamburg mit.

«Dieser ganze Krieg ist total irrational», sagte der IPPNW-Vorsitzende Lars Pohlmeier der Deutschen Presse-Agentur. Die Atomwaffen seien in höchster Alarmbereitschaft. Das Risiko sei enorm groß, dass es jetzt durch Missverständnisse oder einen technischen Fehler zu einem Einsatz komme. Darum sollten Russland und die Nato einen Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen erklären und sie aus der Alarmbereitschaft nehmen.

Der Ukraine-Konflikt könne nur diplomatisch gelöst werden. «Am Ende kann es nur eine politische Lösung geben», sagte Pohlmeier. Es müsse alles versucht werden, im Gespräch zu bleiben. «Die Waffen werden die Lösung nicht bringen können. Es wird zu einer Zerstörung der Ukraine kommen.» Auch am Ende des Korea-Krieges (1950-53) habe man sich nach der totalen Zerstörung des Landes wieder am 50. Breitengrad getroffen.

Durch die Waffenlieferungen an die Ukraine habe Deutschland seine Vermittlerfunktion verloren. Jetzt sollten neutrale Länder wie Schweden und Finnland nicht über eine Nato-Mitgliedschaft nachdenken, sondern eine Vermittlerrolle übernehmen. «Wir fokussieren uns in der Debatte zu sehr auf die Frage der Waffenlieferungen, statt alles daran zu setzen, wie wir zu einem Waffenstillstand kommen, damit dieses furchtbare Morden aufhört», meinte der Mediziner aus der Nähe von Bremen.

Zu der Tagung in Hamburg haben zwei russische Vorstandsmitglieder der internationalen Vereinigung Friedens-Videobotschaften aus ihrem Heimatland übermittelt. Auch ein ukrainischer Beitrag sei geplant. «Wir als IPPNW versuchen trotz der Repressionen in Russland den Kontakt mit der dortigen Friedensbewegung zu halten», erklärte Pohlmeier. «Es ist ein Akt der Solidarität mit der russischen Zivilgesellschaft.»

Für den 1. Mai ruft IPPNW zu einer Kundgebung auf. Das Motto lautet: «Keine Waffentransporte durch den Hamburger Hafen - für einen zivilen Hafen.» Die Ärztevereinigung hatte 1985 den Friedensnobelpreis bekommen.

© dpa
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