Calles verlässt Towers: Erst noch die Kirsche auf die Sahne

10.05.2022 Die Hamburg Towers müssen sich zur neuen Basketball-Saison nach einem Trainer umschauen. Nach zwei Jahren geht Pedro Calles - und hinterlässt eine Lücke. Doch noch hat der begehrte Spanier mit den Hamburgern einiges vor in den Playoffs.

Pedro Calles. © Axel Heimken/dpa/Archivbild

Noch vor der entscheidenden Phase in der Basketball-Bundesliga haben die Hamburg Towers Klarheit über die Zukunft mit ihrem Erfolgstrainer Pedro Calles - aber nicht so, wie von ihnen erhofft. «Das ist natürlich keine schöne Nachricht», sagte Sportchef Marvin Willoughby am Dienstag bei der Pressekonferenz zu den Playoffs. Zuvor hatte der spanische Coach mitgeteilt, dass er den Verein aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg nach zwei Jahren verlassen werde. «Wir sind enttäuscht. Und das weiß er auch», sagte Willoughby. «Das ist Teil des Geschäfts. Das erleben wir jedes Jahr. Das ist ein Business, vor allem im Sommer.»

Zu gern hätten die Towers den Vertrag von Calles verlängert. Doch seine Pläne sind andere. Er informierte Willoughby und die Mannschaft noch vor dem ersten Viertelfinale am Freitag (19.00 Uhr/Magentasport) bei den Telekom Baskets Bonn über seine Entscheidung. «Für mich war es wichtig, vor dem Start der Playoffs für klare Verhältnisse zu sorgen», sagte der 38-Jährige.

Zuerst hatten das «Hamburger Abendblatt» und das Basketball-Magazin «Big» berichtet, dass Calles Hamburg verlassen wolle. Über seine Pläne nach der Saison sagte der Trainer bei der Pressekonferenz noch nichts. Angeblich sondiert er laut Medien den Markt in seiner Heimat. «Die Bekanntgabe ist noch kein Good bye. Wir haben noch etwas Wichtiges vor uns. Das sind die Playoffs. Noch ist nichts getan», betonte er. «Meine nächste Herausforderung ist Bonn.»

Calles war vor zwei Jahren von Rasta Vechta zu den Towers gekommen und hatte den Verein in der Bundesliga etabliert. In dieser Saison gelang ihm zum zweiten Mal mit den Hamburgern der Einzug in die Endrunde, die auf die reguläre Saison folgt. Außerdem spielte er mit den Hanseaten erstmals im Eurocup und erreichte ebenfalls die Playoffs in dem Wettbewerb. Calles soll längst von großen Clubs - auch aus der spanischen Top-Liga - umworben werden.

«Wir waren sehr erfolgreich in den letzten zwei Jahren. Und wir glauben, dass wir auf die Sahne noch eine Kirsche draufpacken können», sagte Willoughby mit Blick auf die Playoffs. Er sei zu «110 Prozent überzeugt, dass Pedro in den nächsten Wochen noch mehr investieren wird, um das Kapitel mit noch einem größeren Erfolg umzuschlagen».

Fragen zur Nachfolge von Calles wies Willoughby zurück. Das «Abendblatt» hat den Israeli Oded Kattash (47) und die Österreicher Raoul Korner (48) und Martin Schiller (40) als Kandidaten genannt. Schiller wuchs in Hamburg auf und trainierte bis Oktober den Euroleague-Club Zalgiris Kaunas aus Litauen. «Ich möchte nicht in den nächsten Wochen zu irgendwelchen absurden Meldungen einen Wasserstand abgeben», betonte er.

Für die Spieler ist die Trainer-Frage dem Anschein nach derzeit nicht das Top-Thema. «Als Spieler ist es nicht wichtig, ob der Trainer nächstes Jahr da ist oder nicht», sagte Nationalspieler Justus Hollatz.

Unklar ist aber auch, ob er überhaupt nächstes Jahr noch bei den Towers ist. Das Talent zieht es in die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA. «Es wäre eine tolle Nachricht, wenn ein Spieler von den Towers direkt in die NBA geht», sagte Willoughby. «Natürlich machen wir keinen Hehl draus, dass Justus hier bleiben soll.»

© dpa

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