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9000 bei linken Mai-Demos in Hamburg

Zum 1. Mai gehen in Hamburg auch Linke und Linksextreme auf die Straße - mit gleich drei Demos. In diesem Jahr ist der Zulauf groß. Auch die Polizei ist mit einem Großaufgebot dabei.
1.-Mai-Demonstrationen - Hamburg
Teilnehmer der Demonstration «Wir haben die Scheiße so satt». © Georg Wendt/dpa

Rund 9000 Menschen - und damit rund 4000 mehr als im vergangenen Jahr - sind am 1. Mai in Hamburg mit linken und linksextremen Gruppen auf die Straße gegangen. Die Polizei begleitete die Aufzüge mit einem Großaufgebot. Größere Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge nicht. «Die Demonstrationen an diesem sonnigen Tag zeichneten sich durch friedliche und verantwortungsvolle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, sodass die Polizei Hamburg eine sehr positive Bilanz zieht», resümierte Polizeisprecherin Sandra Levgrün.

Als letzte von insgesamt drei Demonstrationen aus dem linken und linksextremen Spektrum ging am Mittwochabend am S-Bahnhof Landwehr die revolutionäre 1.-Mai-Demo des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus zu Ende. In der Spitze nahmen daran nach Polizeiangaben 1800 Menschen teil. Vereinzelt sei Pyrotechnik gezündet worden, hieß es. Größere Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben.

Die Demonstration stand unter dem Motto «Krieg, Krise, Kapitalismus - so wie es ist, darf es nicht bleiben». Sie startete am Hauptbahnhof und führte unter anderem durch St. Georg, Hohenfelde und Eilbek.

Umverteilungsbündnis «Wer hat, der gibt» hat größten Zulauf

Die größte Demonstration war schon zuvor vom Bahnhof Dammtor durch die Nobel-Stadtteile Pöseldorf und Harvestehude zum Eppendorfer Baum gezogen. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer in der Spitze mit rund 6000 an. Dazu aufgerufen hatte das Umverteilungsbündnis «Wer hat, der gibt».

«Lasst uns das Geld von denen holen, die es im Überfluss haben, um es denen zu geben, die es brauchen», hieß es im Aufruf. Als einzige der Demos hatte der Zug des bunten Bündnisses neben einem «Demo-Rave-Block» für Tanzlustige auch einen «Kids-Block».

Als erste Demo des linksextremen Spektrums war am frühen Nachmittag das anarchistische Bündnis «Schwarz-Roter 1. Mai» im Schanzenviertel auf die Straße gegangen. Unter dem Motto «Solidarisch. Selbstbestimmt. Herrschaftsfrei» zogen laut Polizei 1350 Teilnehmer vom S-Bahnhof Sternschanze durch St. Pauli zum Altonaer Balkon.

Als der Zug an der Roten Flora vorbeikam, wurden vom Dach des linksautonomen Zentrums Feuerwerkskörper und Nebeltöpfe gezündet. Insgesamt sei der Aufzug aber friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Schon in der Walprugisnacht hatte die Reihe linksextremer Aufzüge mit einer queer-feministischen Demonstration gegen Kapital und Patriarchat begonnen. Unter dem Motto «Take back the Night» zogen rund 900 vorwiegend weibliche Demonstrierende am späten Dienstagabend von der Roten Flora durch St. Pauli. Größere Zwischenfälle gab es auch dabei nicht.

Polizei mit 1800 Beamten im Einsatz

Die Polizei begleitete alle Demos mit einem Großaufgebot. Insgesamt 1800 Beamte auch aus Bremen und von der Bundespolizei waren den Angaben zufolge Einsatz. Entlang der Routen standen Wasserwerfer und Räumpanzer bereit, auch die Reiterstaffel war zu sehen. Aus der Luft wurden die Versammlungen mit Hubschraubern beobachtet.

Deutlich mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahre hatten sich gut 5000 Menschen an den Demos der drei linken Gruppen beteiligt. Auch damals hatte die Polizei von einem friedlichen Verlauf gesprochen.

Während es in früheren Jahren vor allem im Schanzenviertel rund um den 1. Mai immer wieder zu Ausschreitungen kam, verliefen die Kundgebungen nach den schweren Krawallen beim G20-Gipfel 2017 allesamt weitgehend friedlich.

Einen Grund dafür sehen Beobachter auch in der zunehmenden Rivalität der einzelnen linksextremen Gruppen. So gab es bei der Demonstration des Roten Aufbaus am Mittwoch auch ein Transparent mit der Aufschrift: ««Rote» Flora - Halt's Maul.»

© dpa
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