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425 Millionen Euro für neue S-Bahn in Hamburgs Süden

Die S-Bahn-Verbindung über die Elbe in Hamburgs Süden gilt als Nadelöhr und stellt Fahrgäste mit Streckensperrungen, Zugausfällen und Verspätungen oft auf die Geduldsprobe. Eine neue S-Bahnlinie auf neu ausgebauter Strecke soll helfen - aber erst in sechs Jahren.
Gleisarbeiten
Ein Bautrupp der Bahn repariert auf einer Strecke das Gleisbett. © Roland Weihrauch/dpa

Mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 425 Millionen Euro soll die S-Bahn-Verbindung in den Süden Hamburgs in den kommenden sechs Jahren ausgebaut und die Kapazität so um 40 Prozent gesteigert werden. Kernpunkt der Pläne ist die neue Linie S6, die ab Ende 2029 mit enger Taktung und längeren Zügen zwischen Elbgaustraße und Neugraben fahren soll, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) und S-Bahn-Hamburg-Chef Kay Uwe Arnecke am Dienstag sagten. Auch die S2-Strecke nach Bergedorf soll ertüchtigt werden, damit dort künftig Langzüge ganztägig im Fünf-Minuten-Takt verkehren können.

Um die Kapazitätssteigerung zu schaffen, sei neue Strom-, Weichen- und Signaltechnik erforderlich. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen. Der Senat brachte dazu am Dienstag eine entsprechende Drucksache auf den Weg und hinterlegte rund 92 Millionen Euro in den Haushalt bis 2026. Die Stadt hofft auf eine Finanzierung von bis zu 75 Prozent aus Bundesmitteln. Die Bahn werde einen entsprechenden Antrag stellen, sagte Tjarks.

Insbesondere Fahrgästen Richtung Harburg und Neugraben solle ein deutlich verbessertes Angebot gemacht werden, sagte der Senator. «Die S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Harburg ist der am meisten genutzte Streckenabschnitt im Hamburger Netz.» Bereits heute seien 140 000 Fahrgäste täglich auf der Harburger Linie unterwegs. «Deswegen ist die S6 für Hamburg ein zentrales Verkehrsprojekt, das wir intensiv vorantreiben werden.» Die Inbetriebnahme der S6 ist für Ende 2029 geplant.

Zudem werde man sehr viel Geld in die Hand nehmen, um den S-Bahn-Ast nach Bergedorf zuverlässiger, resilienter und komfortabler zu machen. «Wir werden in Richtung Bergedorf die Kapazität durch den Einsatz von Langzügen um 25 Prozent steigern können und somit beispielsweise die Voraussetzungen für die Anbindung des neuen Stadtteils Oberbillwerder schaffen», sagte Tjarks.

Kurzfristige Verbesserungen werde es bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember und der Umstellung auf die vier Linien S1, S2, S3 und S5 geben. Während die S1 und S3 weiter durch den Citytunnel fahren, verkehren die S2 und S5 dann auf der Verbindungsbahn über Holstenstraße, Sternschanze und Dammtor. Durch den ganztägigen Einsatz von Langzügen mit jeweils neun Wagen werde die Kapazität auf dem südlichen Korridor vom Hauptbahnhof nach Neugraben und Stade um 8,5 Prozent Zugkilometer gesteigert.

Bei der Opposition in der Bürgerschaft sieht man die Pläne skeptisch. Zwar sei es erfreulich, dass der rot-grüne Senat die Dringlichkeit einer besseren Anbindung des Hamburger Südens erkenne, sagte der Verkehrsexperte der CDU, Richard Seelmaecker. Allerdings komme die Entlastung durch die S6 in sechs Jahren zu spät. «Viel zu lange müssen die Menschen hier unter dem mangelhaften Ausbau des ÖPNV leiden.» Auch sei die Frage der Refinanzierung des Projektes durch den Bund noch völlig unklar. «Hier regiert das System «Hoffnung»», sagte Seelmaecker. Verantwortungsbewusste Politik sehe anders aus.

Auch die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Heike Sudmann, zeigte sich angesichts der langen Zeitplanung enttäuscht. «Für die Bahnnutzer*innen aus Hamburgs Süden, die solange weiter mit überfüllten Zügen und Ausfällen leben müssen, ist das ein echter Schlag ins Gesicht.» Zudem würden Bauarbeiten an Autobahnbrücken und Ferngleisen in den nächsten Jahren immer wieder zu Streckensperrungen bei der S-Bahn führen, was die Situation erst einmal weiter verschärfen dürfte.

«Mal wieder handelt der Senat zu spät und hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher», sagte AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann. Das mache die Verkehrspolitik unter Rot-Grün zum «Geduldsspiel». Zudem stehe die Frage nach der finanziellen Beteiligung des Bundes in den Sternen.

© dpa
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