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24-Jähriger vor Shisha-Bar getötet: Quartett auf freiem Fuß

Schüsse im Nordosten Hamburgs: Vor einer Shisha-Bar stirbt ein Mann noch am Tatort. Es wird gleich mehrfach auf den 24-Jährigen gefeuert. Die Hintergründe der Tat bleiben auch zwei Tage danach unklar.
Ein Toter nach Schüssen vor Shisha-Bar
Polizeibeamte stehen vor der Shisha-Bar im Hamburger Stadtteil Sasel, vor der die Schüsse fielen. © Christian Charisius/dpa

Einem Streit vor einer Shisha-Bar folgen tödliche Schüsse: Im Nordosten Hamburgs ist ein 24 Jahre alter Mann von Unbekannten mit mehreren Schüssen getötet worden. Schon kurz nach der Tat nahm die Polizei vier Männer fest, inzwischen sind sie aber wieder auf freiem Fuß. «Die vier Verdächtigen wurden aus rechtlichen Gründen vorläufig aus dem Polizeigewahrsam entlassen», sagte Oberstaatsanwältin Liddy Oechtering am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Einsatzkräfte hatten nach Polizeiangaben unmittelbar nach den Schüssen im nahen Umfeld ein mutmaßliches Fluchtfahrzeug gestoppt und die vier Insassen festgenommen. Oechtering sagte, sie gingen nun davon aus, dass mindestens ein zweites Auto vom Tatort geflüchtet sei. «Hier verfolgen wir zurzeit erste konkrete Spuren.» Mehrere Zeugen hatten die Schüsse am Sonntag gegen 22.30 Uhr im Stadtteil Sasel gehört und den Notruf verständigt.

Wiederbelebung nach Schüssen erfolglos

Ersthelfer versuchten vergeblich, das Opfer zu reanimieren. Der 24-Jährige erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes übernahm die psychosoziale Akutbetreuung von Familienangehörigen, Freunden und Ersthelfern des Opfers.

Ersten Erkenntnissen zufolge war den Schüssen vor der Shisha-Bar ein Streit zwischen mehreren Männern vorangegangen. Zu den Hintergründen und dem Ablauf der Tat machten Polizei und Staatsanwaltschaft auch am Dienstag zunächst keine weiteren Angaben.

Die Mordkommission des Landeskriminalamtes und die Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft Hamburg ermitteln nun in dem Fall. Zudem werden Zeugen gesucht, die die Tat beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können. Vor allem von Gästen der Shisha-Bar erhoffen sich die Ermittler wertvolle Aussagen.

Noch in der Nacht zum Montag untersuchten Spurensicherung und Kriminaltechnik den Tatort. Im Licht der rot-leuchtenden Buchstaben der Shisha-Bar gingen die Ermittler der Polizei akribisch Spuren nach. Auch Hunde kamen zum Einsatz. Vor einem Gebüsch neben der Bar standen zahlreiche kleine, weiße Beweismittelmarkierungen mit Zahlen darauf. Mindestens acht Patronenhülsen sollen am Tatort gefunden worden sein.

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit

Zuletzt war es in Hamburg immer wieder zu Angriffen gekommen, die im Zusammenhang mit Drogenkriminalität stehen könnten. «Im Moment hat die Gewalt zugenommen, eindeutig. Die Vielzahl der Schusswunden hat wirklich zugenommen», sagte Horst Niens, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Hamburg. «Grundsätzlich haben wir rund um den Drogenhandel rivalisierende Gruppen bis Tätergruppierungen. Da sind wir in dem Bereich, dass wir in Richtung Organisierte Kriminalität gehen.»

Im Juli 2022 war ein 27-Jähriger in einer Shisha-Bar in Hamburg-Hohenfelde von zwei Männern gezielt erschossen worden. Der Prozess gegen einen Tatverdächtigen läuft derzeit vor dem Landgericht Hamburg. Der Angeklagte beteuert bislang seine Unschuld.

Im September 2022 hatten zwei Männer einem 37-Jährigen in Hamburg-Veddel in den Kopf geschossen. Das Opfer soll vermutlich in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein. Nach Hinweisen zu den Tätern wurde auch in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... Ungelöst» gesucht.

Im Januar 2023 war in Hamburg-Tonndorf auf zwei in einem Auto sitzende Männer geschossen worden. Allein Fenster und Tür auf der Fahrerseite hatten mehr als 20 Einschusslöcher. Der 26 Jahre alte Fahrer wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. Der 30 Jahre alte Beifahrer wurde ebenfalls von den Kugeln getroffen.

CDU Hamburg kritisiert Tatenlosigkeit von Rot-Grün

Hamburgs Opposition kritisierte mit Blick auf die «Gewalteskalation auf den Straßen Hamburgs» die rot-grüne Regierung als träge und tatenlos. Die zunehmende Gewalt bis hin zu Auftragsmorden in den schwerkriminellen Milieus der Stadt drohe sich zu verfestigen, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Gladiator.

Hamburg dürfe kein rechtsfreier Raum sein. SPD und Grüne hätten zuletzt einen CDU-Antrag mit Forderungen im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität abgelehnt. «Bürgermeister und Innensenator wirken hier wie Zaungäste und schauen der Wild-West-Stimmung auf Hamburgs Straßen zu, anstatt endlich zu handeln», sagte Gladiator.

Der Hamburger Polizeigewerkschaftsvorsitzende Niens warnte indes davor, dass durch solche Aussagen die Bürger verunsichert werden könnten. «Der Bürger sollte Vertrauen zu seiner Polizei haben, denn die macht einen wirklich guten Job.»

© dpa ⁄ Christiane Bosch und Benjamin Haller, dpa
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