Wüstefeld nach Rücktritt: Vertrauen in Aufsichtsrat weg

Thomas Wüstefeld hat betont, dass sein Rücktritt als Finanzvorstand und Aufsichtsratsmitglied beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV weder auf Druck erfolgt ist, noch ein Schuldeingeständnis darstellt. «Auf keinen Fall. Ich habe den Beschluss schon am Wochenende gefasst. Endgültiger Auslöser war die Anhörung im Hamburger Rathaus, wo ich im Kreuzfeuer stand und Dinge rechtfertigen sollte, die ich nicht zu verantworten habe», sagte der Medizinunternehmer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Thomas Wüstefeld, Finanzvorstand des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV. © Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

Am Vorabend hatte der 53-Jährige auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung seine beiden HSV-Ämter zur Verfügung gestellt. «Ich habe auch das Vertrauen in Teile des Aufsichtsrats verloren, aus dem viele vertrauliche Nachrichten an die Öffentlichkeit gelangt sind», fügte Wüstefeld hinzu. Er stehe aber weiterhin zur Aufklärung aller Vorwürfe, die er erneut zurückwies, zur Verfügung. «Wir werden das Stück für Stück aufarbeiten», sagte er.

Bis auf Weiteres soll Sportvorstand Jonas Boldt (40) als alleiniger Vorstand die operativen HSV-Geschäfte leiten, wie der Club mitteilte. Die bisherigen Pläne sahen vor, dass Wüstefeld als Nachfolger von Frank Wettstein zunächst bis zum Jahresende seine pro bono ausgeübte Tätigkeit als Finanzvorstand weiterführen wird. Bei den Vorwürfen gegen ihn geht es unter anderem um Millionenklagen anderer Unternehmer, eine mögliche Strafanzeige wegen Untreue und angeblich illegal verkaufte Medizinprodukte. Eine erst kürzlich von ihm und Aufsichtsratschef Marcell Jansen gebildete Kommission soll zur Klärung beitragen. Dort will Wüstefeld, der eine Kampagne von Wettbewerbern hinter den Vorgängen vermutet, auch aufgekommene Zweifel und Fragen zu seinem Doktortitel klären.

© dpa
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