Walter nach 1:1 kämpferisch: «Wollen auch da oben bleiben»

Das 1:1 gegen Kaiserslautern passt Trainer Tim Walter nicht in den Kram. Dass sein HSV nach einem Saisondrittel weiter Erster ist, hingegen schon. «Da oben wollen wir auch bleiben», sagt er.
Hamburgs Trainer Tim Walter gibt vor Spielbeginn ein Interview. © Marcus Brandt/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archivbild

Tim Walter war sichtlich schlecht gelaunt. Zwar führt sein seit Wochen ungeschlagener HSV weiterhin die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga an, ließ beim 1:1 (0:0) gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern aber unverhofft zwei Punkte liegen. «Scheiße» sei das Gefühl, räumte er kurz nach dem Abpfiff im Sport1-Interview ein.

«Ich bin angefressen, weil wir den Sack nicht zugemacht haben, aber was uns nicht tötet, härtet uns ab», fasste er nach dem Teilerfolg zusammen. Auf die Frage, wie er es denn finde, dass der HSV nach einem Saisondrittel im Gesamtklassement ganz vorn stehe, meinte der 46-Jährige schlagfertig: «Da oben wollen wir auch bleiben.» 

Tatsächlich führen die Hamburger nach dem punktbesten Saisonstart im fünften Jahr im Unterhaus die Tabelle mit 25 Zählern vor Darmstadt 98 (24) und dem SC Paderborn (22) an. Doch der Vorsprung hätte zwei Punkte mehr betragen können, wären die Hanseaten mit ihren Chancen besser umgegangen. Nach der frühen Führung durch Robert Glatzels siebtes Saisontor (24. Minute) gab es Torchancen hüben wie drüben, da der forsche Aufsteiger aus der Pfalz kräftig dagegenhielt. 

Zum Knackpunkt der Partie wurde jedoch der von Sonny Kittel verschossene Foulelfmeter (81.), was im direkten Gegenzug Lex-Tyger Lobinger jäh bestrafte (82.). Mit seinem ersten Profitor entriss der Sohn des ehemaligen Stabhochspringers Tim Lobinger dem HSV den möglichen sechsten Sieg in Serie und damit die Einstellung eines Vereinsrekords von 1978/79. Damals stand unter Coach Branko Zebec später die deutsche Meisterschaft fest, diesmal soll es endlich im fünften Anlauf mit der Bundesliga-Rückkehr klappen. 

Dafür müsse sich der HSV aber deutlich steigern, meinte Torschütze Glatzel, der anders als sein Trainer die Punkteteilung als leistungsgerecht einstufte. «Wir können nicht zufrieden sein mit unserer Leistung und hatten den Sieg heute nicht verdient. Auch wenn wir die große Chance hatten, den Deckel drauf zu machen: Insgesamt war es ein gerechtes Unentschieden», räumte der 28 Jahre alte Mittelstürmer ein. 

Mit seinem 29. Treffer schloss er als erfolgreichster HSV-Torschütze im Unterhaus zu Kittel auf. Beide Torjäger kamen als Elfmeterschützen in Betracht, letztlich aber setzte sich Kittel durch. «Wir haben kurz gequatscht. Wir wollten beide schießen, am Ende hat er geschossen. Das haben wir bisher immer untereinander geregelt», berichtete Glatzel, der aber nicht weiter nachkarten wollte, weil auch er im HSV-Dress schon vom Punkt gescheitert ist. 

Dass am Freitag (18.30 Uhr/Sky) nun ausgerechnet das Derby beim Stadtrivalen FC St. Pauli ansteht, kommt Glatzel gerade recht. Dort gelte es, die beiden verlorenen Punkte wieder reinzuholen. Zumal die kriselnden Kiezkicker sieben Spiele in Serie nicht gewonnen haben. «Der Derbysieg muss her, das ist klar», meinte Glatzel. Zwar spricht nach vier gemeinsamen Jahren 2. Bundesliga die Statistik (4 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen) für die Braun-Weißen, die aktuelle Formkurve aber klar für die Rothosen. Immerhin haben sie Saison-übergreifend ihre letzten acht Auswärtsspiele allesamt gewonnen.

© dpa
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