St. Paulis Hoffen auf Endspurt: «Drei richtig gute Spiele»

Die Diskrepanz zwischen Leistung und Punkteausbeute ist beim FC St. Pauli in der 2. Bundesliga groß. Das zeigt sich auch gegen Darmstadt 98. Der Trainer verliert aber nicht seine Zuversicht.
St. Paulis David Otto (l-r) und Darmstadts Phillip Tietz springen beide zum Kopfball hoch. © Gregor Fischer/dpa

Positiv denken, Zuversicht ausstrahlen, optimistisch bleiben - vor dem Hinrunden-Schlussspurt der 2. Fußball-Bundesliga mit einer Englischen Woche will Timo Schultz keine negative Stimmung beim FC St. Pauli aufkommen lassen. «Wir haben jetzt drei wichtige Spiele vor der Brust, auf die ich mich freue. Das sind drei richtig gute Spiele, die drei tolle Gegner für uns bereithalten», sagte der Trainer.

Drei Gelegenheiten, eine bislang ernüchternde erste Saisonhälfte noch einigermaßen versöhnlich abzuschließen, ehe es in die mehr als zwei Monate lange WM- und Winter-Pause geht. «Danach werden wir das analysieren und die nächsten Schritte vorangehen», meinte Schultz.

Alle drei Gegner stehen im Klassement vor dem FC St. Pauli als Tabellen-13. In den Spielen am Samstag (13.00 Uhr/Sky) bei Fortuna Düsseldorf und am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) kommender Woche gegen Holstein Kiel trifft das Team vom Kiez auf zwei Mannschaften mit Ambitionen nach ganz oben. Der Karlsruher SC, zu dem die Hanseaten am 12. November (13.00 Uhr/Sky) müssen, ist aktuell wie der FC St. Pauli als Zehnter in der unteren Tabellenhälfte.

Die Hamburger sind aktuell der Gefahrenzone bedrohlich nah. Zwei Punkte trennen sie vom ersten direkten Abstiegsplatz. «Am Ende fallen uns die vielen Unentschieden auf die Füße, weil wir in vielen Spielen die bessere Mannschaft waren», meinte Schultz. «Dass wir eine Mannschaft haben, die mit jeder Truppe in der Liga mithalten kann und auch solchen Spielen den Stempel aufdrücken können, das wissen wir.»

Sechsmal hat der FC St. Pauli in den bisherigen 14. Saisonspielen unentschieden gespielt, aber nur dreimal gewonnen. Dass das Team zu mehr fähig ist, bewies es auch am Samstagabend beim 1:1 gegen Tabellenführer Darmstadt 98. «Der Kampf ist da, das Herz ist da, die Kreativität ist da», stellte Co-Kapitän Jackson Irvine fest. Doch was nicht da ist, sind Punkte.

Auch gegen den nun seit 13 Spielen ungeschlagenen Aufstiegskandidaten aus Hessen spielten die Hamburger stark, doch mehr als ein Remis sprang nicht raus: ein roter Faden, der sich durch die bisherige Saison des FC St. Pauli zieht. «Es tut weh! Jede Woche sitzen wir da und fragen uns, warum wir das Spiel nicht gewonnen haben», sagte Irvine. Die Diskrepanz zwischen Leistung und Tabellenplatz ist ebenso ärgerlich wie bedenklich. «Wir wissen selber, dass der Fußball ein Ergebnissport ist und dass auch Punkte dazugehören. Die müssen wir schnellstmöglich holen», meinte Schultz.

Dass die Hamburger mit den Spitzenclubs mithalten können, haben sie oft bewiesen: Gegen die Top Vier der Tabelle SC Paderborn (2:2), 1. FC Heidenheim (0:0), den Hamburger SV (3:0) und nun Darmstadt 98 gab es drei Remis und den grandiosen Sieg im Stadtduell. Am Millerntor ist der FC St. Pauli noch ungeschlagen. Doch auswärts hat er mit zwei Unentschieden die Bilanz eines Absteigers. Er ist eines der torschuss-freudigsten Teams der Liga - doch aus 234 Schüssen sind lediglich 19 Tore entstanden. Ein echter Torjäger wird weiter vermisst. Die Abgänge der Torgaranten der vergangenen Saison, Guido Burgstaller (18 Tore) und Daniel-Kofi Kyereh (12), konnten nie kompensiert werden.

«Wir sind eigentlich immer da, wir haben unsere Chancen», sagte Lukas Daschner, der den Ausgleichstreffer gegen Darmstadt erzielte. Sorgen mache er sich keine. «Ich bin überzeugt, dass, wenn wir weiter hart arbeiten, wir uns auch belohnen.»

Auch Trainer Schultz glaubt daran, dass es bald aufwärts geht: «Ich vertraue auf den Prozess.» Wie es nach dem Hinrunden-Endspurt weitergeht? «Noch stärker aus der Winterpause rauskommen», sagte er und erinnerte an eine ähnliche Situation nach der Hinrunde in der Saison 2020/21. «Das haben wir schon mal gezeigt, dass wir das gut können. Ich denke, unsere Themen liegen auf der Hand.»

© dpa
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