Göttlich: Kein Aktionismus bei der Trainersuche

Nach der Trennung von Timo Schultz soll bis zur Abreise ins Trainingslager in Spanien Anfang Januar eine Entscheidung gefallen sein. Hat Interimscoach Hürzeler das Zeug zur Dauerlösung bei St. Pauli?
FC St. Pauli Trainer Timo Schultz steht am Spielfeldrand. © Marcus Brandt/dpa/Archivbild

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli will sich bei der Suche nach einem Nachfolger für den am Dienstag freigestellten Trainer Timo Schultz ausreichend Zeit lassen. «Wir werden überhaupt nicht aktionistisch und hektisch», sagte Club-Präsident Oke Göttlich auf Nachfrage. Eine Entscheidung soll spätestens gefallen sein, wenn die Kiezkicker am 2. Januar ins Trainingslager in das spanische Benidorm aufbrechen.

Nach der schlechten Rückserie der Saison 2021/22 und der noch schlechteren ersten Hälfte der Spielzeit 2022/23 hatte der FC St. Pauli am Dienstag reagiert und sich von Schultz sowie Co-Trainer Loic Favé getrennt. In die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte starten die Hamburger nun mit Fabian Hürzeler.

Der ehemalige Schultz-Assistent soll der Mannschaft das erste Rüstzeug geben, sich aus der misslichen Lage zu befreien. Die Hamburger stehen derzeit mit 17 Punkten auf dem 15. Tabellenrang - punktgleich mit Arminia Bielefeld auf dem Relegationsrang und dem 1. FC Magdeburg auf dem 17. Platz. Schlusslicht SV Sandhausen lauert nur einen Zähler entfernt vom Kiez-Club.

Bis zum Trainingslager wollen und müssen Hürzeler, Sportchef Andreas Bornemann und die Vereinsführung «Entscheidungen treffen», betonte Göttlich. Das Thema Erfahrung würde in jedem Fall eine Rolle spielen. Ob das aber einen neuen Chef- oder einen neuen Co-Trainer betrifft, werde «gemeinschaftlich besprochen», sagte der Präsident. Er ließ damit offen, ob aus dem ambitionierten und engagierten Hürzeler auch eine Dauerlösung werden kann.

Der im texanischen Houston geborene Hürzeler ist seit August 2020 beim FC St. Pauli. Zuvor war er Co-Trainer bei der deutschen U18- und U20-Nationalmannschaft. Sportchef Bornemann traut dem 29-Jährigen einiges zu: «Fabian hat bereits gezeigt, wie wertvoll sein Fachwissen und seine Konsequenz für das Team sind.»

Nach der Freistellung von Schultz wird aber auch über mögliche andere Nachfolger spekuliert. Erste Namen waren der derzeit vereinslose Florian Kohfeldt, der zuvor Werder Bremen und den VfL Wolfsburg trainiert hatte, sowie der bisherige Stuttgarter Interimscoach Michael Wimmer, der nach der Verpflichtung von Bruno Labbadia als VfB-Cheftrainer keine Zukunft mehr in Stuttgart haben soll.

Timo Schultz hatte sich in seiner Halbserien-Analyse noch «felsenfest» davon überzeugt gezeigt, dass es ihm in der zweiten Saisonhälfte gelingen werde, die Wende zum Guten zu schaffen. Erst wenn er das Gefühl habe, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen, würde er von sich aus über einen Abgang nachdenken, hatte er Mitte November betont. Diese Entscheidung wurde ihm am Dienstag von der Clubführung abgenommen.

© dpa
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