«Reif und abgezockt»: Der HSV schiebt sich nach vorn

Der nächste Auswärtssieg lässt den HSV in der Tabelle klettern. Trainer Walter ist zufrieden, lobt die Reife seines Teams. Einem Profi geht die Partie besonders unter die Haut.
Ein Fußball liegt vor der Partie im Netz. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Auswärts läuft es beim Hamburger SV wie geschmiert. Drei Spiele, drei Siege - das kann keine andere Mannschaft der 2. Fußball-Bundesliga bieten. Das 2:0 beim 1. FC Nürnberg am Samstagabend brachte die Norddeutschen bis auf einen Punkt an die Aufstiegsplätze heran. «Wir sind sehr souverän aufgetreten», befand Trainer Tim Walter zufrieden und lobte seine Mannen: «Ich glaube, dass wir reif gespielt haben und abgezockt, was uns in den letzten Wochen vielleicht gefehlt hat.»

Saison- und wettbewerbsübergreifend sind es gar acht Pflichtspielsiege auf fremden Plätzen nacheinander, die die Hamburger vorweisen können. Die Kehrseite der Medaille: Zu Hause läuft es nicht wie gewünscht. Von drei Heimspielen in dieser Saison gingen zwei verloren. «Wir gewinnen daheim auch gern», sagte Walter, um dann zu schlussfolgern: «Mir ist letztlich egal, wo wir gewinnen, Hauptsache wir gewinnen.»

Egal war das insbesondere einem im Team der Hamburger aber nicht. Tim Leibold gab sein Startelf-Comeback nach auskuriertem Kreuzbandriss. Ausgerechnet im Max-Morlock-Stadion diesen Moment zu erleben, wo das Malheur im Vorjahr passiert war, ergriff den Linksverteidiger. «Für mich war es ein besonderer Moment, exakt an Ort und Stelle zehn Monate nach meiner schweren Verletzung zurück zu kommen und erstmals wieder in der Startelf zu stehen. So spielt manchmal das Leben», sagte Leibold.

Zudem war der 28-Jährige vier Jahre für die Nürnberger aktiv und hatte in deren Trikot die bislang meisten Partien absolviert. «Eine Vorsehung», nannte Walter das Comeback an jenem Ort. Den Gänsehautmoment unter Flutlicht wird Leibold wohl nicht vergessen.

Und es gab weitere Premieren: Erstmals bildeten Bakery Jatta und Neuzugang Jean-Luc Dompé in der Startelf eine Flügelzange, nachdem Ransford Königsdörffer bekanntlich eine Zwei-Spiele Sperre abbrummen muss. «Die Kontermöglichkeiten haben wir nicht gut genug ausgespielt», monierte Walter, wollte das aber nicht überbewerten. Auch bei den Flanken vor das gegnerische Tor fehlte es den Hamburgern an Präzision.

Dennoch schiebt sich der Topfavorit auf den Aufstieg weiter nach vorn. Auch ohne die Schwergewichte Schalke 04 und Werder Bremen zeigt sich der diesjährige Zweitliga-Jahrgang zäher als erwartet. Die Ausgeglichenheit ist unverändert groß. «Am Ende waren wir Dritter», sagte Walter mit Blick auf die Vorsaison: «Jetzt wollen wir Zweiter werden.»

Erneut stellt sein Team die abwehrstärkste Mannschaft der Liga. Lediglich drei Gegentore hat sie nach sechs Spielen auf dem Konto. Im kompletten Spieljahr davor waren es 35, acht Gegentore weniger als der Zweitbeste Bremen. Der Umstand ist schon bemerkenswert angesichts der offensiven Spielweise der Hamburger mit weit aufgerückter Formation, die zu Kontern einlädt. Wenn selbst Torjäger Robert Glatzel bekennt, seine Mannschaft habe «super verteidigt und von der ersten bis zur letzten Minute wenig zugelassen», muss was dran sein. Glatzel: «Das ist die Basis.»

© dpa
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