FC St. Pauli zurück in der Krise - Schultz glaubt an Wende

Der erhoffte Rückenwind durch den Derbysieg ist beim FC St. Pauli ausgeblieben. Nach dem unnötigen 0:2 in Bielefeld ist vorerst wieder Abstiegskampf angesagt.
St. Paulis Marcel Hartel zeigt sich enttäuscht bei Spielende. © Friso Gentsch/dpa

Die Hoffnung auf Rückenwind durch den 3:0-Triumph im Stadtderby gegen den HSV hat sich beim FC St. Pauli als Trugschluss erwiesen. Im Gegenteil: Nach der unnötigen 0:2 (0:0)-Pleite beim bisherigen Tabellenletzten Arminia Bielefeld ist für die Kiezkicker in der 2. Fußball-Bundesliga wieder Abstiegskampf angesagt. Trainer Timo Schultz glaubt dennoch weiter an seine Mannschaft. Er erwartet, dass sie rasch die Kurve kriegt - am besten schon am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1), wenn nach dem HSV in Darmstadt 98 der nächste Aufstiegskandidat am Millerntor aufkreuzt.

«Wir sind als Gruppe stabil, werden jetzt die Akkus aufladen und uns gut auf Darmstadt vorbereiten. Für uns geht es jetzt darum, uns in den kommenden Spielen eine vernünftige Ausgangslage für das neue Jahr zu erarbeiten», sagte der 45 Jahre alte Coach mit Blick auf die vier bis zur langen WM-Pause noch anstehenden Partien. Für die Braun-Weißen, bei denen es hinten (das Stamm-Innenverteidiger-Duo Nemeth/Medic fällt lange aus) und vorne (zu harmlose Stürmer) nicht stimmt, geht es schlicht und ergreifend darum, bis zum Beginn der Winterpause Schadensbegrenzung zu betreiben. Dann muss reagiert werden.

Klar scheint, dass Sportchef Andreas Bornemann zumindest im Angriff nachbessern muss, denn die Stürmer Johannes Eggestein (3), Etienne Amenyido, David Otto (je 1) und Igor Matanovic (0) bringen es beim Tabellenzwölften (14 Punkte) nach 13 Spielen auf zusammen gerade mal magere fünf Treffer. Zum Vergleich: In der vorigen Saison war St. Pauli nach 13 Spielen Spitzenreiter und hatte satte 29 Zähler auf dem Konto. Und ihr damaliger Toptorjäger Guido Burgstaller hatte bis dahin allein schon zehn Treffer erzielt.

Die Rechnung, dass Youngster wie Eggestein (24), dessen letztes Tor auch schon mehr als zwei Monate zurückliegt, & Co. die Lücke des in die Heimat zurückgekehrten Österreichers schließen können, ist zumindest bisher nicht aufgegangen. Schultz klagt öffentlich nicht darüber und stellt sich hinter seine Profis, muss aber wie in Bielefeld Woche für Woche im Gleichklang erklären, dass sein Team sich «nicht für eine richtig gute Leistung belohnt» habe.

Bei seinen Spielern hört es sich ähnlich an. «Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, aber unsere Chancen nicht genutzt», klagte Marcel Hartel, der mit einem Fehler den ersten Treffer des Doppeltorschützen Janni Serra (76./84. Minute) ermöglichte. Und die Auswärtsmisere der Braun-Weißen verlängerte: Der letzte Sieg in der Fremde gelang am 26. Februar.

«Beim ersten Gegentor verliere ich den Ball im Mittelfeld. In diesem Moment muss ich ruhiger bleiben und den Ball wieder hintenrum spielen», räumte Mittelfeldmann Hartel ein. «Es tut mir leid für die Mannschaft mit Blick auf den Aufwand, den wir als Team diese Woche betrieben haben und für den wir uns nicht belohnt haben.» Mal wieder nicht, stöhnte auch Etienne Amenyido: «Machen wir in der ersten Hälfte unser Tor, kippt die Stimmung hier.» So ist sie allerdings in die falsche Richtung gekippt.

© dpa
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