Breitensport statt WM: HSV-Supporters mit Boykott

Viele Mitglieder aus der organisierten Fußball-Fanszene lehnen die WM in Katar ab und wollen keine Spiele schauen. Die HSV-Supporters rufen zum aktiven Boykott auf - mit einem Alternativ-Programm.
HSV-Fans jubeln ihrer Mannschaft vor Spielbeginn zu. © Marcus Brandt/dpa/Archivbild

Die Supporters des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV rufen zum etwas anderen WM-Boykott auf. Statt sich Spiele bei dem Turnier in dem wegen der Menschenrechtslage umstrittenen Emirat Katar anzuschauen, hat die größte Abteilung des HSV gemeinsam mit dem Förderkreis Nordtribüne ein Alternativprogramm entwickelt. Dabei ruft die Leitung des Supporters Club seine 65.000 Mitglieder auf, Mannschaften aus anderen Bereichen bei ihren Spielen zu unterstützen.

«Ein einfacher Boykott ist uns zu leicht. Dagegen sein kann jeder. Wir wollen für etwas sein», sagte Simon Philipps, Mitglied im Führungsgremium des Supporters Club dem «Hamburger Abendblatt» (Donnerstag). «Wir wollen Alternativen schaffen. Der Breitensport ist das Gegenteil von dem, was in Katar passiert. Das ist ein cooles Zeichen. Gleichzeitig hoffen wir, die Fans mit den Aktionen für unsere anderen Abteilungen zu begeistern.»

So sollen am 13. November die Fußball-Frauen in ihrem Regionalliga-Spiel gegen Hannover 96 angefeuert werden. Wenn die deutsche Nationalmannschaft am 16. November im Oman ihr letztes Testspiel vor der WM absolviert, sollen die Fans zur Partie der Hamburger Rollstuhlbasketball-Bundesligisten BG Baskets gegen Hannover United kommen.

Außerdem stehen Besuche am WM-Eröffnungstag (20. November) beim Futsal-Spiel des HSV gegen den FC St. Pauli an, am 9. Dezember bei der Partie der dritten Fußball-Mannschaft des Hamburger SV gegen den FC Süderelbe und fünf Tage nach dem WM-Finale am 18. Dezember noch beim Eishockey-Spiel des HSV gegen den ERC Wunstorf (23. Dezember) auf dem Programm. Die Supporters bieten eine Dauerkarte für alle fünf Sportevents für 18,87 Euro an.

Die Spektakel in Katar wird von vielen aus der organisierten und aktiven Fan-Szene abgelehnt. Zahlreiche Ultras haben angekündigt, die Spiele nicht zu schauen. «Es gibt bei vielen Menschen großen Frust über den Profifußball. Katar ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es entlädt sich vieles, was sich an anderen Stellen aufgebaut hat. Die WM ist wie ein Brennglas», sagte Supporter-Vertreter Philipps. Doch räumte er ein: «Ich nehme es mir vor, gar keine Spiele zu gucken. Auch wenn es nicht einfach wird, wenn Deutschland im Halbfinale gegen England spielen sollte.»

© dpa
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