Linke ziehen durch Hamburger Hafencity: «Wer hat, der gibt»

Erstmals in Corona-Zeiten finden die Mai-Demos der Linken und Linksextremen in Hamburg wieder ganz ohne Pandemie-Einschränkungen statt. Gleich drei Kundgebungen finden am Sonntag statt. Zunächst bleibt alles ruhig.
Teilnehmer einer Demonstrationen mit dem Motto "Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten" laufen. © Axel Heimken/dpa

Unter dem Motto «Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten» sind am 1. Mai laut Polizei bis zu 2000 linke Demonstranten durch die Hamburger Hafencity gezogen. In Sprechchören wurde «Wer hat, der gibt. Wer nicht gibt, wird enteignet» skandiert. Zu der Demo aufgerufen hatte das Bündnis «Wer hat, der gibt». Der Demonstrationszug, in dem auch viele Linksautonome Richtung Binnenalster mitliefen, wurde von starken Polizeikräften begleitet. Zwischenfälle gab es nicht.

Linksextreme hatten für Sonntag zu insgesamt drei Demonstrationen in der Hansestadt aufgerufen. Am Nachmittag versammelten sich am Berliner Tor weitere Demonstranten, die mit dem vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roter Aufbau Hamburg unter dem Motto «Kapitalismus ist Pandemie, Krieg und Krise - Heraus zum revolutionären 1. Mai!» Richtung Barmbek ziehen wollten. Erwartet wurden rund 500 Teilnehmer.

Am Abend wollte das Bündnis «Schwarz-Roter 1. Mai» unter dem Motto «Verboten gut - Anarchismus in die Offensive» mit 500 Teilnehmern in Wilhelmsburg auf die Straße gehen.

Die Polizei wollte über das Wochenende mit mehreren Hundertschaften im Einsatz sein. Sie gehe von einem insgesamt gewaltfreien Verlauf aus, sagte Sprecherin Sandra Levgrün. Dabei sei aber nicht auszuschließen, dass es zu Ordnungswidrigkeiten oder vereinzelt auch zu Straftaten wie das Zeigen verbotener Symbole, das Abbrennen von Pyrotechnik oder auch zu kurzfristigen Blockaden kommen könne. Anders als in den vergangenen beiden Jahren gab es in diesem Jahr keine Corona-Beschränkungen mehr für Versammlungen.

Mit einem «Klassenfest» gegen Staat und Kapital hatten die Demonstrationen linker und linksextremer Gruppen rund um den 1. Mai bereits am Samstag im Schanzenviertel einen ruhigen Auftakt genommen. 550 zumeist junge Menschen versammelten sich friedlich am Bahnhof Sternschanze. Zwischenfälle gab es nicht.

In der Vergangenheit hatten sich im Schanzenviertel rund um den 1. Mai immer wieder linke Demonstranten gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Nach den schweren Ausschreitungen um den G20-Gipfel 2017 war es aber bereits in den vergangenen Jahren eher ruhig geblieben.

© dpa
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